She she pop
Der weiblichen Pop-Theater-Institution gelingt sozusagen eine «altersreife», nie abgeklärte, immer noch bissig kämpferische Bilanz. Eine Abrechnung mit dem Entertainment im Trash-Revueschwung. Und parallel dazu der szenische Diskurs über Performance Art und deren (finanziell beengten) Produktionsbedingungen.
Denn die vier Damen und der Mann springen nicht nur zu improvisierten Soli ins Scheinwerferlicht, sondern übernehmen für ihre Bühnenaktionen auf Kampnagel in Hamburg die unverzichtbaren Helferrollen hinter und auf der Szene: Sie dienen uneitel – doch mit aufmüpfigem Seht-Her-Blick «Wir können und machen doch alles selber!» – als Chorus-Girl, Garderobiere, Inspizientin, Moderator, Musiker, Techniker und als weltbedeutende Bretter wischende Putze.
Zweifellos noch relevanter für die Performer ist der Zuschauer. Denn ohne ihn könnten sie bei ihrem intelligent-kritischen Eiertanz mit dem überstrapazierten Relevanz-Begriff einpacken. Schon zu Beginn schenken sie dem Gast das Gefühl, relevant zu sein, begrüßen ihn offenherzig gekleidet per Handschlag und rekrutieren ihn einladend als ihre Fan- und Girl-Gruppe, Produzenten und Meinungsmacher, die auf roten Kissen im Saal lautstark die ...
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