Josef Nadj & Miquel Barcelo: "Paso doble"
Das Stück überstrahlte des Festival d’Avignon 2006 und war gleichzeitig die Aufführung mit den wenigsten Zuschauern. Hart war der Kampf um Eintrittskarten in der kleinen Eglise des Célestins. Aus solchem Stoff werden Mythen gestrickt.
«Paso doble» war eine der radikalsten Performances der letzten Jahre und dazu eine der sinnlichsten. Jede der zwölf Aufführungen ließ in einer Art Mondlandschaft zwei Performer zurück, deren feine Anzüge, von Wasser und Lehm durchtränkt, in allen Farben schillerten.
Nie wieder würden Josef Nadj und Miquel Barcelo ihre aufwändige Schlammschlacht aufführen, hieß es hartnäckig. Das leuchtete ein, denn beide sind ständig unterwegs. Der Spanier stellt seine Gemälde und Tonskulpturen zur Schau, und Nadj ist ohnehin Weltenbummler. Zuletzt kreierte er «Asobu» in Japan.
Selten strahlte eine Kunstaktion so sehr die Energie eines Rituals aus. Es beginnt auf rotem Tonboden vor einer grauen Rückwand aus Lehm, in der sich zunehmend Blasen bilden. Noch verstecken sie sich, aber es sind die Hände von Nadj und Barcelo, die dieses Magma, diese Ursuppe erzeugen. Dann treten sie auf, mit Schaufel und Eimer. Sie stechen, pflügen und graben, bis sie ein Wasserloch finden. ...
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Bettina Wagner-Bergelt
als Ballettdramaturgin und Stellvertreterin des Direktors des Bayerischen Staatsballetts sind Sie 2008 die Kuratorin des Münchner Tanzfestivals Dance. In den 1980er Jahren waren Sie selbst maßgeblich an der Entwicklung des Festivals Dance beteiligt. Ist das die Rückkehr? Ich war damals im Münchner Kulturreferat stellvertretende Leiterin der...
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