Robyn Orlin an der Pariser Opéra
Bilder vom Schlosspark in Versailles grüßen von der Bühne des Palais Garnier. Barock ist wieder in, wie die Hauptstadt Berlin mit dem geplanten Wiederaufbau seines Stadtschlosses beweist. Frankreich beispielsweise wird geradezu überschwemmt von einer Welle von Büchern und Filmen über das tragische Schicksal der liebenswerten Marie-Antoinette.
Und wer ist Nicolas Sarkozys Favorit auf den Posten des Kulturministers? Die Direktorin des Schlosses von Versailles! William Christie, Spinettspieler, Musikwissenschaftler und Dirigent seines Barockorchesters Les Arts Florissants gehört zu den absoluten Stars der Klassikszene. Wenn er sich heute erlauben kann, eine Produktion mit der Bilderstürmerin Robyn Orlin aufzunehmen, zeigt das, wie gefestigt seine Position in der Kulturlandschaft ist, und dass er diese nicht politischen Strömungen verdankt. In zwei Jahren werden Les Arts Florissants ihr dreißigjähriges Bestehen feiern. Orlin, die ihre erste Performance 1980 in Johannesburg vorstellte, begann ein winziges Jahr später. Was die Wahlberlinerin an dem Projekt mit Christie zweifeln ließ, war aber nicht die Begegnung mit Händels «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato», sondern die Arbeit mit ...
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