Forsythe-Schüler: Nik Haffner, Thomas McManus, Andris Plucisor
Gleich drei ehemalige Forsythe-Tänzer lässt der Ulmer Ballettchef Andris Plucis mit seinem zehnköpfigen Ensemble arbeiten. Thomas McManus und Nik Haffner machten den Anfang; Marc Spradling folgte am 24. Mai mit «Pierrot lunaire» und «Lieder eines fahrenden Gesellen». Ob die Frankfurter Schule Garant für Kreativität ist, entscheidet sich jedoch nur fallsweise. Auch wenn Haffner/McManus ihre Kräfte zum Choreografenduo bündeln, macht sich Enttäuschung breit.
Zu den seriellen Schleifen von John Adams Komposition «Common Tones in Simple Time» treibt der Tanz in einem lichtweißen Stoffraum vor sich hin: Hüpfend durchmessen fünf Tänzer den Raum, schlenkern Arme, flüstern sich etwas zu, kommunizieren und imitieren Bewegungen. Besonders ärgert, dass die Musik den Tanz willenlos vor sich herjagen darf. Als hätte es Forsythe nie gegeben.
Dann scheint sich der Tanz in Ulm doch noch auf seine Eigenständigkeit zu besinnen. Im zweiten Teil, «rumort» heißt er, ist der Raum schwarz. Neun weiß gekleidete Tänzer formieren sich zu klaren Linien, aus denen je einer ausbrechen darf. Härter sind die Bewegungen, behaupten mit Nachdruck ihre Präsenz, während der Boden selbst zu tanzen beginnt. Es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Christiane Theobald,
was fasziniert die stellvertretende Intendantin des Staatsballetts an einem angesagten Berliner Club wie dem Berghain? Dass Michael Teufele und Norbert Thormann, die Betreiber, überhaupt nicht schockiert waren, wenn ein Staatsballett anfragt. Die lieben Gegensätze und Brüche wie ich auch. Es gibt keinen größeren Kontrast als den zwischen einem...
Neu auf Dvd: Tänzer-Kamikaze. Die zwei haben sich in Position gebracht, die Initiation kann beginnen. Der Greise weist den Jungen in die Geheimnisse der Männlichkeit ein, gibt mit angsteinflößendem Pathos schamanistische Weisheiten von sich. Der Junge steht mit nacktem Oberkörper da, zittert. Sein knochiger Leib glänzt. Der ihn umgebende Raum ist vollkommen rot:...
Die jüngsten Premieren des Mariinsky-Balletts sind zwei einaktige Ballette, «Wie der alte Leiermann ...» und «Le réveil de Flore», die das heutige Jahrhundert und das längst vergangene Ballettjahrhundert repräsentieren.
«Le réveil de Flore» ist ein typisches Paradeballett des späten Petipa, das 1894 zwischen «Dornröschen» (1890) und «Raymonda» (1898) entstand....
