Serie: Abschwellende Angst 1. Viren sind keine Lebewesen
Corona hat es an den Tag gebracht – wir haben Angst. Wir gehen auf Distanz, schrecken körperlich zurück vor dem, was wir nicht sehen können. Diese Angst macht der Politik längere Arme, als ihr zustehen, und hebt die Wissenschaft in den Stand einer politischen Macht. Unsere Serie will zeigen, welche Rolle der Tanz spielt in den Wissenschaften, die alle mal begründet wurden, um die Angst zu besiegen.
Wir fürchten uns, angesteckt zu werden. Künstler dagegen hoffen nichts mehr, als dass ihr Werk viral geht, verlinkt, geliked und in möglichst vielen Medien gefeiert wird.
Nur durch virale Verbreitung machen sich Künstler einen Namen, der in aller Munde ist. Will die Kunst ein wichtiger Teil der zeitgenössischen Kultur sein, dann sollten ihre Werke tatsächlich so ansteckend wirken wie ein Virus. Aber das Virus ist doch genau das, was wir fürchten, weil es tödlich sein kann. Verwechsle ich hier die bedrohliche Mutation eines Virus mit der Fähigkeit der Kunst, ein Publikum mit Neuem zu begeistern? Nein, sagt der italienische Philosoph Roberto Esposito, ich verwechsle nichts.
In beiden Fällen, sagt der Gelehrte aus Neapel, sprechen wir von einer Ansteckung (contagio), die immer und ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Side Step, Seite 22
von Arnd Wesemann
«Nie werde ich vergessen, wie stark der Eindruck war, den sie damals in den 50er-Jahren auf mich machte und der bis heute nachwirkt.» Wer solches sagt über Traudl Kuppe-Loew, ist nicht irgendwer, sondern eine der brillantesten Ballerinen, die es jemals in Deutschland gegeben hat: Birgit Keil. Für kurze Zeit besuchte sie deren Ballettunterricht. «Ich erinnere mich»,...
Performance-Probe bei Forced Entertainment per Zoom-Konferenz. Das wohl dienstälteste Theaterkollektiv mit inzwischen 36 langen Jahren Bühnenerfahrung – es war zuletzt wie alle Welt ins Homeoffice verbannt. Statt einer neuen Bühnenperformance gab es also ein eigens kreiertes Online-Stück. «End Meeting for All». Der Titel legt es nahe: Der Tod bleibt nicht lange...
Künstlerisch «flügge» wurde sie in den 1960er-Jahren, an der Schwelle zum Postmodern Dance. Dabei wollte Lucinda Childs anfangs unbedingt Schauspielerin werden: Die eindrucksvolle Schönheit ihrer Gesichtszüge, die klassische Eleganz ihrer Erscheinung schienen sie für den Beruf geradezu zu prädestinieren. Nach Abschluss ihres Studiums am Sarah Lawrence College...
