Zeitlose Eleganz
Künstlerisch «flügge» wurde sie in den 1960er-Jahren, an der Schwelle zum Postmodern Dance. Dabei wollte Lucinda Childs anfangs unbedingt Schauspielerin werden: Die eindrucksvolle Schönheit ihrer Gesichtszüge, die klassische Eleganz ihrer Erscheinung schienen sie für den Beruf geradezu zu prädestinieren. Nach Abschluss ihres Studiums am Sarah Lawrence College gerieten ihre Schauspielambitionen dennoch in den Hintergrund, als sie die Tanzszene in Downtown New York für sich entdeckte und in der Judson Memorial Church Unterricht bei Merce Cunningham nahm.
«Was wir machten, könnte man als eine Art abgespecktes Ballett bezeichnen», erinnert sie sich, «und genau dafür interessierte ich mich.» So wurde Lucinda Childs Gründungsmitglied des Judson Dance Theater, jenes einzigartigen Kollektivs von Tänzern, Komponisten und Bildenden Künstlern, die Konzepte und Strukturen der performativen Künste auf neue Beine stellten. Neben Childs ging aus diesem Epizentrum der Postmoderne eine regelrechte Phalanx von Performance-Pionierinnen hervor, die allesamt die Geschichte des Modern Dance und der modernen Choreografie fortschreiben sollten, darunter Yvonne Rainer, Trisha Brown, Simone Forti, Anna ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Theresa Ruth Howard
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