Schmid, Zweifel: «Schottische», «LamenTate»
Auf die Eurythmisten übt Arvo Pärt eine fast magische Anziehungskraft aus. Im Programm zur diesjährigen Symphonie-Eurythmie-Tournee der Goetheanum-Bühne Dornach und des Stuttgarter Else-Klink-Ensembles fragt sich Mikko Jairi, was eine eurythmische Interpretation von einer tänzerischen unterscheidet. Steiners Eurythmie sei kein Tanz, so seine These, sondern ein «Singen durch die Bewegung».
Diese Andersartigkeit verlange vom Publikum ein «offenes Mitschwingen, um überhaupt ihre zarten Qualitäten offenbaren zu können» – was Carina Schmid und Benedikt Zweifel nicht daran hindert, als Choreografen seines «LamenTate» auch dramatische Akzente zu setzen. Wie eine Stele gliedert eine Stoff-Säule die Bühne. Hinter durchsichtiger Gaze scheinen schattenhaft die Seelen der Verblichenen auf: eine Szene wie aus Strawinskys «Sacre», die sich indes auf eine trichterförmige Rauminstallation von Anish Kapoor in der Turbinenhalle der Londoner Tate Gallery bezieht. In seinem Erscheinungsbild erinnert das Stück stark an die chorischen Arbeiten eines Émile Jaques-Dalcroze zu Anfang des letzten Jahrhunderts. Dessen analytische Art und empathische Einfühlung in die Musik sind es letztlich, die die ...
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