Sandra Hüller tanzt

Sandra Hüller tanzt und nicht eine einzige Zeitung berichtet. Es ist die Frau, die zuletzt «In den Gängen» spielte, einem Kinofilm im Großmarkt, zwischen dessen Regalen die gelernte Schauspielerin hinreißend mit Franz Rogowski flirtet, einem gelernten Tänzer. Jene Sandra Hüller, die schon mal Schauspielerin des Jahres war und nahezu weltbekannt wurde durch einen wirklich schrägen Film, «Toni Erdmann».

Diese drahtige, eigensinnige, sprachartistisch aufregende Wahlleipzigerin hatte einen großen Auftritt in der Berliner Akademie der Künste: in der Rolle von Ise Gropius, Gattin von Bauhaus-Gründer Walter Gropius. Dafür nahm sie die zahlreich versammelte Berliner Bürgerschaft samt Kultur-Honoratioren an die Hand und führte sie durch ein imaginäres Anwesen – ihr Meisterhaus, das selbstredend dem Bauhaus-Geschmack entsprach. Fürsorglich begleitet von Carsten Nicolai alias Alva Noto, Elektromusiker aus Chemnitz mit Weltruf, der, wenn auch stocksteif, hinter einem Bauhaus-Tisch ganz genau hingeschaut hat, wie Sandra Hüller tanzt.

Diese Frau, die sich traut, traut sich dank des Choreografen Richard Siegal, der in einer Fingerübung namens «TXTorrent» selber auftritt und Hüller stets zu ...

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Tanz März 2019
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Arnd Wesemann