Rudolf Rach
Überall sind Klagen zu vernehmen, dass in der Öffentlichkeit nicht genug über Kultur geredet wird. Dass der oberste Kassenwart nicht ein paar Milliarden auf den Tisch haut und behauptet: Ein Euro (Kultursubvention) bringt vier zurück. In dieser Simplizität stand es in der «FAZ», die ich immer noch für ein seriöses Blatt halte. Im Ernst: Haben Sie schon jemanden gehört, der bedauert, dass die Theater geschlossen sind? Ja, die Schauspieler, Tänzer, Musiker klagen.
Aber die Zuschauer? Meine Nachbarin stöhnt, dass sie das erste beste Flugzeug nehmen wird, wenn der «Wahnsinn» ein Ende hat. Wahnsinn? Die Natur ist fleißig, arbeitet Tag und Nacht, während der Mensch zur Bequemlichkeit neigt. Mein Bruder möchte unbedingt wieder ins Fußballstadion. Das verstehe ich schon eher. Aber ins Theater? Leider bin ich noch auf niemanden getroffen, der das Theater so vermisst, dass er in Wehklagen verfällt; der fühlt, dass es ihm fehlt. Und auf dieses Gefühl kommt es an.
Als mich die Anfrage erreichte, ob mir zur Corona-Krise etwas Kulturbezogenes einfällt, dachte ich: Da kann man sich nur die Finger verbrennen. Bis die Frau meines Verlegers sagte: Sie haben nichts zu verlieren, Sie können sich aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 60
von Rudolf Rach
Die französischen Opern, allen voran die Opéra National de Paris, wurden bestreikt. Teilweise wochenlang, mit entsprechend katastrophalen Folgen für die Bilanz. Es ging unter anderem um Sonderregelungen bei der Rentenreform, die nicht zuletzt auch die Pariser Tänzerinnen und Tänzer ein paar Privilegien kosten sollten. Nicht alle Welt hatte Verständnis für ihre...
Wenn es stimmt, dass die Zukunft bereits eingetreten ist – wie der US-amerikanische Science-Fiction-Autor und Erfinder des Begriffs «Cyberspace» William Ford Gibson schon 1993 verkündet hat – so ist diese Zukunft (samt ihren Errungenschaften) heute recht breit gestreut. Und das zu unserem Vorteil. Bei der globalen Rolle rückwärts in den Cyberspace, ausgelöst durch...
Impressum
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber
Der Theaterverlag
Redaktion
Sofie Goblirsch, Hartmut Regitz, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung), Arnd Wesemann
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel +49 (0)-30-254495-20, Fax -24
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Gestaltung & Bildredaktion
Marina Dafova
Anze...
