Soc. Raffaello Sanzio mit «Hey Girl!»
«Am Ende», heißt es im Programmheft des steirischen herbst in Graz, «wird es eine Art Tanz gewesen sein», das Stück «Hey Girl!» von Romeo Castellucci, Kopf der Socìetas Raffaello Sanzio, das im ersten Programm der neuen herbst-Intendantin Veronica Kaup-Hasler uraufgeführt wurde. Am Ende, werden wir sagen, war es eine waschechte Choreografie mit Tanzelementen. Kein «postdramatisches Theater».
Stimmungsvoller Bühnennebel durchwabert den düsteren Dom im Berg unter dem Uhrturm, dem Grazer Stadt-Wahrzeichen. Im Dunst steht die Zeit still.
Ein Metalltisch unter einer Leuchtstoffröhre, darauf ein unförmiger Haufen. Schlachter- oder Gummireste? Es rührt sich etwas in der Stille auf dem Tisch, ein zäher Teig beginnt zu fließen, Körperteile platschen auf den Boden. Da entpuppt sich ein Alien: eine junge, blonde Frau, die sich zu einem Spiegel, in T-Shirt und Jeans, hinter ein auf dem Boden liegendes Schwert schleppt. Das Schwert ist heiß, es lässt Wasser verdampfen und versengt einen Stoff, der der schönen Frau zum Umhang wird. Die Kreuzritterin wird das Schwert auch selber spüren, wenn die schwarzhäutige Geisterfrau es ihr durch ihre großen, schwarzen Nachtfalterflügel stößt.
Vielleicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jirí Kylián, you have been working on your film, “Car Men,” for quite some time? Well yes, it’s a funny story really; it actually started by simply playing with the name Carmen, dividing it into two words, car and men. So through the division I came to the idea of cars and men. I discovered through Czech television that the earliest recording of Bizet’s “Carmen”...
Es soll am Münchner Gärtnerplatztheater eine Audition für «Cinderella» geben, junge Amateurtänzer erwünscht. Zehn spannungsgeweitete Augenpaare sind auf Alan Brooks gerichtet – haben die Kids aus seinem Samstagskurs eine Chance? Er lacht und wippt vergnügt auf den Ballen. «Hey, ich bin nicht Detlef Dings!», damit es noch einmal allen klar ist: in Alan Brooks’...
DIE RHYTHMUSSTÖRUNG. Die verschiedenen, in Berlin lebenden Kulturen lassen mich an den Ort meines Aufbruchs und meiner konstanten Rückkehr denken: Brasilien. Die Überquerung des Atlantiks verläuft normalerweise schnell, aber die Landung ist immer langsam, sie erfordert nach der Ankunft Konzentration und große Vorsicht.
DIE BEGEGNUNG fordert neue Parameter der...
