«Sacred Monsters» mit Sylvie Guillem und Akram Khan

Critic's Choice

Tanz - Logo

Der Mann weiß, was – oder besser: wer – Erfolg bringt. Akram Khan sucht sich stets große Namen aus. Für seine Sets haben Turner-Preisträger wie Anish Kapoor und Antony Gormley gezeichnet, für seine Musik Komponisten wie Nitin Sawhney, und bei den Texten hilft auch mal der Erfolgsschriftsteller Hanif ­Kureishi. Der Brite bengalischer Herkunft setzt auch auf die Stars der Tanzszene. In «Zero Degrees» stand er zusammen mit Sidi Larbi Cherkaoui auf der Bühne.

Jetzt hat er sich die Starballerina Sylvie Guillem angelacht, und kein Geringerer als Lin Hwai-min hat für sie in «Sacred Monsters» ein Solo choreografiert.

Bei so viel Prominenz waren die Erwartungen zur Uraufführung im Londoner Sadler’s Wells hochgesteckt – und wurden nicht enttäuscht. «Sacred Monsters» ist ein schönes Stück, ein sehr persönliches Werk, wenn auch die Duette, die Akram Khan für sich und Sylvie Guillem schuf, choreografisch nicht an Sylvies Solo von Lin Hwai-min herankommen.

Monstres sacrés – der Name galt im 19. Jahrhundert solchen Bühnenstars wie Sarah Bernhardt oder Eleonora Duse und markiert das Aufkommen von Ikonen in Kunst und Sport, die wie kleine Götter verehrt wurden. Hundert Jahre später perfektioniert ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2006
Rubrik: Der Kalender, Seite 39
von Lilo Weber

Vergriffen
Weitere Beiträge
Was an Schülern fasziniert

Erinnerungsgerümpel, wohin das Auge blickt. Ein lebloser Ort, gleich der Wohnung eines Verstorbenen, die man räumen soll. Ein altes Sofa, davor ein Perserteppich. Ein Tisch, die Stühle wie nach Schulschluss oben drauf. Darunter stapelt sich Buch um Buch. Ein Regal voll Unrat steht am Bühnenrand, darauf ein leerer Vogelbauer. Ives Thuwis hockt in «Birdy»-Haltung...

Teresa Rotemberg: «Solutions Last Count Down»

«Mich faszinieren diese Stimmungsaus- und -umbrüche beim Aufeinandertreffen von Menschen», sagt Teresa Rotemberg. «Wie es dann einfach ‹klack› macht. Mit diesem Klack ändert sich alles, das Selbst ist nicht mehr wie vorher.» Die 1966 geborene Choreografin, die ihre Kindheit in der argentinischen Militärdiktatur verbrachte, liebt es, dieses Aufeinandertreffen in...

Bombana, Godani, Simon beim Staatsballett

Was die drei Stücke, allesamt Uraufführungen in der Baye­rischen Staatsoper, eint, ist der Bezug zur Neoklassik und zu William Forsythe, ist die Dominanz optischer Effekte. Dies, weil der ehemalige Forsythe-Tänzer Stephen Galloway der Kostümbildner des Abends ist, mehr noch, weil der Ausstatter Michael Simon heißt. Er war Bühnenbildner bei Forsythe von der ersten...