Jenseits
Einladen heißt das neue Projekt der Choreografin Wanda Golonka, das sie durch die gesamte Spielzeit am schauspielfrankfurt begleiten soll. «Einladen» ist wörtlich zu verstehen. Golonka hat im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen einen Laden gemietet, in dem sie mehrmals im Monat morgens, mittags und abends Gäste begrüßt. Schauspieler und Bewohner der Stadt und der Region treffen sich, ohne dass sich die Begegnung zwischen Kunst und Leben wie auf einer Bühne sofort in eine feste Form zwängen müsste.
Statt auf der Probebühne sitze sie nun im «Einladen», sagt Wanda Golonka und lauscht dort Geschichten, die das Leben schrieb. Um das Hineinhorchen in die Stadt und deren Befindlichkeiten zu orchestrieren und zu choreografieren, hat sie verschiedene Formate entwickelt, die Thema im Laden sein werden. So kommen am Morgen nach jeder Premiere Schauspieler und Besucher zum «Schmu», zum Frühstück zusammen, um sich auszutauschen. «Clandestine», also heimlich, verbringen ein Schauspieler und ein Bürger einen Tag miteinander. Beim gemeinsamen Abendessen im «Einladen» sollen sie den anderen Gästen von ihren Erlebnissen berichten. Auf einem «Diwan» werden Geschichten erzählt – und bei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jirí Kylián, you have been working on your film, “Car Men,” for quite some time? Well yes, it’s a funny story really; it actually started by simply playing with the name Carmen, dividing it into two words, car and men. So through the division I came to the idea of cars and men. I discovered through Czech television that the earliest recording of Bizet’s “Carmen”...
Buch um Buch beleuchtet Ort und Zeit, wo alles begann und wie sich zeitgenössischer Tanz fortentwickelt. So löst sich die Tanzforschung vom pur Anekdotischen. Politik, Avantgarde, Gender, Körperkonzepte sind Themen kritischer Durchleuchtung. Lothar Fischers Buch Anita Berber – Göttin der Nacht ist der Rückfall ins reine Erzählen. Minuziöser noch als in seinen...
Furcht vor der eigenen Fantasie wäre das letzte, was man Marco Goecke vorhalten möchte. Und wenn schon. Der neue Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts würde sicher entgegnen: «Wenn man viel Angst hat, hat man auch viel Mut!» – und eintauchen in seine Welt, auch auf die Gefahr hin, sich darin völlig zu verlieren. «Ich will mich überraschen lassen», sagt der...
