Reginaldo Oliveira, Vincenzo Veneruso «Studio 54»
Am Salzburger Landestheater regiert in puncto Tanz irrwitzige Vielfalt. Reginaldo Oliveira (in Brasilien geboren, zuletzt an der Bolschoi-Akademie ausgebildet, bis 2017 Tänzer in Karlsruhe), ist Klassikern ebenso zugeneigt wie Kreationen oder poppigen Collagen. Seinen Bestseller «Frida» (tanz 2/25) studiert er gerade beim Rijeka Ballet ein, die Pendelei bewältigt er nächtens – als Buspassagier.
Ein Vehikel, das die historischen VIPs seiner jüngsten Produktion «Studio 54» wohl nie bestiegen hätten: Bis heute verkehren Stars in NYC allenfalls im Untergrund, per Subway.
In den späten Siebzigerjahren gaben sich die Big Shots ein Stelldichein in Manhattans «Studio 54» – sofern sie exzentrisch, berühmt und berüchtigt genug waren, um am Türsteher der Super-Disco vorbeizukommen. Steve Rubell, einer der Betreiber, führte ein beinhartes Einlassregiment – genau damit beginnt der Zweiteiler «Studio 54», der das Clubambiente in die Nebenspielstätte des Theaters verlegt. Im Stadtteil Aigen gelegen, beherbergt der Betonbau auch die Trainings- und Probeninfrastruktur der 16-köpfigen Compagnie, die mehrheitlich der Gen Z anzugehören scheint. Was bitte können diese Nachgeborenen noch mit der ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Kalender, Seite 51
von Dorion Weickmann
22. April, 11:05 Uhr, Sprachnachricht von Benze C. Werner: «Hallo, what the fuck – heute Nacht aufgewacht und mich gefragt, was ich da gestern im Interview gesagt habe: Was an meinen Stücken queer ist? ‹Nothing is queer!› Ähm. Ich revidiere ein paar meiner Aussagen. Ok, just my morning thoughts.»
Am Vortag, auf einer Parkbank in Köln – Frage: «Denkst du, Leute, die...
Der Tanz in Hagens Stadttheater traut sich was. In seiner Hingabe ans Zeitgenössische streckt er sich nicht nach dem Triumph von Virtuosität oder wiedererkannter Story, sondern macht sich lang, weit und spiralig, hin zum Einssein mit dem Bewegen, dem Veränderlich- und Mit-Anderen-Sein.
Taulant Shehu aus Albanien tanzte bis 2025 im Hessischen Staatsballett; in...
Sommer, Sonne, Salsa – das karibische Lebensgefühl hat Europa erobert. Es ist die ebenso elegante wie feurige Revanche für Kolonialschicksale, wie sie auch den Kubaner*innen zuteilwurden. Malochen für landesfremde Kassen? Hatte hier Tradition, änderte indes nichts am kulturellen Zauber des Inselstaats. Bis heute besticht seine stolze Selbstbehauptung, selbst wenn...
