Botschaft ans Knie

Das Staatsballett Berlin nimmt die Generation 60+ ins Workshop-Visier. Mit dabei war Katrin Bettina Müller

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Die Hand an der Ballettstange: Sie löst einen Flashback aus. Wie lange ist das her, dass meine Eltern mich ins Kinderballett steckten? Mehr als 60 Jahre. Plié, Tendu, Port de bras, Rond de jambe. Zaubert dieses kleine Exercice Glückshormone in meinen Körper? Etwas in mir erkennt die Bewegungen wieder, eine Vorstellung von Eleganz wird aktiviert. Was meine Muskeln und Gelenke stattdessen zuwege bringen, ist allerdings ein anderes Bild. Ballett und später Modern Dance, das habe ich schließlich seit mehr als 25 Jahren nicht mehr praktiziert.

Minus acht Grad kalt ist es, und die Berliner Verkehrsbetriebe streiken an dem Februartag, an dem der Workshop der Reihe «(K)nie zu spät» beginnt. Aber die Teilnehmenden haben sich trotzdem zur Deutschen Oper aufgemacht. Dort befinden sich die Räume des Staatsballetts Berlin, und dort findet der neunwöchige Workshop für Menschen über 60 statt. Mehr als die Hälfte, so erfahre ich bald, ist zum wiederholten Male dabei.

Er ist, wie immer in der 60+ Reihe des Education Programms «Tanz ist Klasse!», mit einer Premiere verbunden, diesmal ist es «Nurejew» von Yuri Possokhov und Kirill Serebrennikov (tanz 3/26). Dass dies für Workshopleiterin Kathlyn ...

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Tanz Juni 2026
Rubrik: Praxis, Seite 70
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