Botschaft ans Knie
Die Hand an der Ballettstange: Sie löst einen Flashback aus. Wie lange ist das her, dass meine Eltern mich ins Kinderballett steckten? Mehr als 60 Jahre. Plié, Tendu, Port de bras, Rond de jambe. Zaubert dieses kleine Exercice Glückshormone in meinen Körper? Etwas in mir erkennt die Bewegungen wieder, eine Vorstellung von Eleganz wird aktiviert. Was meine Muskeln und Gelenke stattdessen zuwege bringen, ist allerdings ein anderes Bild. Ballett und später Modern Dance, das habe ich schließlich seit mehr als 25 Jahren nicht mehr praktiziert.
Minus acht Grad kalt ist es, und die Berliner Verkehrsbetriebe streiken an dem Februartag, an dem der Workshop der Reihe «(K)nie zu spät» beginnt. Aber die Teilnehmenden haben sich trotzdem zur Deutschen Oper aufgemacht. Dort befinden sich die Räume des Staatsballetts Berlin, und dort findet der neunwöchige Workshop für Menschen über 60 statt. Mehr als die Hälfte, so erfahre ich bald, ist zum wiederholten Male dabei.
Er ist, wie immer in der 60+ Reihe des Education Programms «Tanz ist Klasse!», mit einer Premiere verbunden, diesmal ist es «Nurejew» von Yuri Possokhov und Kirill Serebrennikov (tanz 3/26). Dass dies für Workshopleiterin Kathlyn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2026
Rubrik: Praxis, Seite 70
von
MARTHA GRAHAM
New York war ihre Stadt, aber Furore machte Martha Graham (1894 – 1991) vor allem mit Werken, die eine Art Zivilisationsarchäologie betrieben: «Appalachian Spring» (1944) oder «Cave of the Heart» (1946) prägten das Antlitz der Tanzmoderne. Ihre Company, die dieses Jahr den 100. Geburtstag feiert (tanz 5/26), wird nun zusammen mit der Gründerin unter...
Buch
The Seki Method
Der Körper – ein Ei. Eigentlich zwei Eier, die wir, von der Erde zum Himmel hängend, aufeinander balancieren: Kopf und Torso. Der Körper – ein Wasserbeutel. Eigentlich auch zwei Wasserbeutel, deren Inhalt durch die flexible Oberfläche und in Kontakt mit der Umgebung leicht in Bewegung versetzt werden kann.
Derartige Vorstellungsbilder können...
22. April, 11:05 Uhr, Sprachnachricht von Benze C. Werner: «Hallo, what the fuck – heute Nacht aufgewacht und mich gefragt, was ich da gestern im Interview gesagt habe: Was an meinen Stücken queer ist? ‹Nothing is queer!› Ähm. Ich revidiere ein paar meiner Aussagen. Ok, just my morning thoughts.»
Am Vortag, auf einer Parkbank in Köln – Frage: «Denkst du, Leute, die...
