Blutsauger

Kenneth Tindall eröffnet mit einer Karlsruher Hochglanzproduktion einen ganzen Reigen von Vampir-Balletten

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Ein Kleid aus Lava krönt die letzte Fashion Week des Modeschöpfers Dracula: Dunkles Gestein fließt über glühendes Licht, ringsum drehen sich Krinolinen aus Flammen. Der «Dracula» des Karlsruher Staatsballetts ist großes Kino – ein Gesamtkunstwerk aus Laufstegmode, hochemotionaler Musik, surrealen Projektionen, Schleiervorhängen, Licht, Rauch und beeindruckend komponierten Tableaus, in denen Kenneth Tindalls Choreografie eine unter mehreren Rollen spielt.

Die Neuinterpretation von Bram Stokers berühmtem Vampirroman, die Tindall in die Modewelt verlegt, schwelgt in düsterem, sinnlichen Schick, es gibt sogar einen Duft zum Ballett, der im Theater verkauft wird. Die Hochglanz-Überwältigung macht sich prächtig auf der großen Karlsruher Bühne, wirkt aber gegenüber der Neumeier’schen Gravitas, die man sich in Deutschland unwillkürlich als Erwartungshaltung an ein Handlungsballett angewöhnt hat, fast schon ein wenig schamlos.

Narzissmus, Rausch und schöne Oberfläche
Als Ballett tanzte Graf Dracula bisher eher in den kleineren Compagnien, der Stoff ist in England und vor allem den USA und Kanada erstaunlich populär. Dort gibt es zahlreiche Fassungen, u.a. von Ben Stevenson oder James ...

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Tanz Juni 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 17
von Angela Reinhardt

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