Reginaldo Oliveira «DORNRÖSCHEN»
Was heißt es, wirklich wach zu sein? Wo sind wir, wenn wir träumen? Gibt es ein Dazwischen? Diese oder ähnliche Fragen müssen Reginaldo Oliveira, den choreografierenden Ballettdirektor des Landestheaters Salzburg, für seine Interpretation von «Dornröschen» beschäftigt haben. Entstanden ist ein Ballett, das sich zu unterhalten traut und gleichzeitig zum Nachdenken einlädt. Es gibt keinen hundertjährigen Schlaf und keine zwei Zeiten – eher zwei Welten oder Wirklichkeiten.
Aurora wird hineingeboren in die bunte und fürsorgliche Welt der Feen, in der zwar allerhand Possierliches passiert, deren zuckersüßer Oberfläche es allerdings an Tiefe mangelt. Erst die Begegnung mit der von den anderen gefürchteten Fee Carabosse weckt in Aurora den unbestimmten Wunsch, auf die Suche zu gehen. Choreografisch arbeitet Oliveira im ersten Teil mit den Mitteln des klassischen Balletts, allerdings quasi geschüttelt und gerührt. Manches ist ein wenig albern geraten und mindestens Geschmackssache, aber besonders in den Variationen zeigt sich sein handwerkliches Können. Aurora ist furchtlos und waghalsig choreografiert, mit Lust auf Action, und Mikino Karube verkörpert die Figur mit Stärke, jugendlicher ...
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Tanz Juni 2024
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Carmen Kovacs
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