Glückwunsch Susanne Linke
Achtzigmal schlagen vier Männer mit vier Kilo schweren Hämmern auf eine Stahlplatte am Boden: ohrenbetäubend. Das gleißende Licht einer Scheinwerferreihe blendet wie Glut in Hochöfen. Susanne Linkes legendäres Werk «Ruhr-Ort» von 1991 macht den harten Arbeitsalltag der Berg- und Stahlarbeiter körperlich ahnbar: Linke will die Maloche darstellen. «Ruhr-Ort» ist eines der bedeutendsten Stücke des deutschen Tanztheaters, unpathetisch und durchrhythmisiert.
Es ist ein Werk wie seine Schöpferin: schonungslos und ehrlich. Die Tanzkünstlerin nennt die Dinge beim Namen.
Sie nimmt die Realität, wie sie ist. Wie sie es selbst schon seit früher Kindheit muss: Eine Meningitis schädigt ihr Gehör und behindert die sprachliche Entwicklung. Erst mit sechs Jahren lernt die evangelische Pfarrerstochter aus Lüneburg sprechen und hören, Bewegung und Gestik sind ihr erstes Kommunikationsmittel. Zum traumatischen Erlebnis wird der Aufenthalt in einer Psychiatrie. Von der Anstalt über den Jugendtraum einer Tänzerin bis hin zur reifen Künstlerin skizziert sie in ihrem Solo «Schritte verfolgen» (1985) ihren Lebensweg. Es ist das einzige autobiografische Stück der letzten großen Solotänzerin in der ...
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Tanz Juni 2024
Rubrik: Side step, Seite 15
von Bettina Trouwborst
CD des Monats
DANIEL-FRANÇOIS-ESPRIT AUBER
Haydée: Klar, an wen man da denkt, wenn man in dieser Zeitschrift ihren Namen liest. Dass Daniel-François-Esprit Auber unter diesem Titel 1847 eine Opéra comique komponiert hat, ist längst vergessen, obwohl gerade dieses Werk neben «Fra Diavolo» und «Die Stumme von Portici» mit knapp 500 Aufführungen zu seinen...
Emanuele Soavi kommt mit dem Taxi. Sein Zug ist ausgefallen, der nachfolgende verzögerte sich – «natürlich!» – immer mehr, sodass der Tänzer und Choreograf zu unserer Verabredung deutlich zu spät gekommen wäre. Der Wahlkölner schimpft ein bisschen, lacht – und nimmt es mit Gelassenheit. Lächelt freundlich und warm, so wie seine tiefblauen Augen. Der kleine,...
Emanuel Gat
Erst Wagner, jetzt Kanye West – der israelische Choreograf mit Wohnsitz in Südfrankreich nimmt es auch mit Musikkünstlern auf, die schon mal antisemitische Klischees bedienen. Aktuell probt er für «Freedom Sonata», Uraufführung beim «Festival de Marseille»
Sancta
Florentina Holzinger hat den Tanz radikal umgekrempelt. Und jetzt macht sie dasselbe mit...
