Queer

«La Vita Nuova» jenseits von Dante

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Da sage noch einer, in Frankreich hätten sie keinen Sinn mehr für Romantik. Dabei macht die von Charles Garnier erbaute, 1875 eröffnete Opéra, Hort von «Schwanensee», «Giselle» und «Phantom»-Fantasien, Furore im queeren Pop-Geschäft. Und das kam so: Erst gab es die Musik, aufgehängt am Liebesdrama Dante Alighieris mit seiner Beatrice, dann trat ein Filmregisseur auf den Plan und eroberte den Musentempel als Location für den zehnminütigen Clip. Film und Pop-Suite tragen nun den gleichen Titel wie Dantes Werk: «La Vita Nuova».

Schließlich gibt es ein Leben nach enttäuschter Liebe, und der Sturz in den Tod muss nicht zwangsläufig mehr bedeuten als einen Flirt mit Einsamkeit und Tränen. Nicht in Frankreich, nicht für Héloïse Letissier, bekannter als Christine and the Queens. Seit ihrem 2014 veröffentlichten Debutalbum «Chaleur humaine» ist die Komponistin, Sängerin und Tänzerin eine Größe im Elektro-Pop. «La Vita Nuova» ist der Titel ihrer 2020 veröffentlichten EP, beginnend mit dem Titel «People I’ve been sad». Was besagt, dass die Heroine gefühlsmäßig über den Berg ist. Prompt hat sie der Geschichte ein paar danteske Hörner aufgesetzt, und dafür hat Héloïse aka Christine einen ...

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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 50
von Thomas Hahn

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