Bildpartituren
Henk van Dijk, nur wer genau bei einem Film hinschaut, wird Sie kennen: als Kameramann. Wirklich sichtbar werden Sie dem Publikum nur in «Live», einem Ballett von Hans van Manen, das zuletzt wieder an der Wiener Staatoper zu sehen war. In der Regel agieren Sie im Hintergrund.
Und das ist auch meine Absicht, unsichtbar zu bleiben. Man will dem Zuschauer ja das Bild einer Aufführung vermitteln, von dem man nicht den Eindruck haben sollte, dass es hergestellt ist. Die Erwartung des Zuschauers soll auf das Stück bezogen sein.
Deshalb zunächst mal die Frage nach «Live». Es war vermutlich nicht Ihr Wunschtraum, eines Tages auf der Bühne in Erscheinung zu treten.
Doch. Ich war immer sehr an Kultur interessiert und nahm schon als Jugendlicher viele Aufführungen wahr. Zielgerichtet wurde mein Interesse durch einen Freund, der in Musicals tanzte, sich eigentlich aber ein Engagement beim Nederlands Dans Theater ersehnte. Er nahm mich mal mit zu einer Vorstellung. Und ich begleitete ihn zur «Internationalen Sommerakademie des Tanzes» nach Köln, bei der Hans van Manen mit angehenden Tänzern im Rahmen eines Workshops die Cavatina aus seinem Beethoven-Ballett «Große Fuge» erarbeitete. So ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 98
von Hartmut Regitz
Die Pandemie hat das extreme Tempo aus der Zeit davor herausgenommen. Das Deutsche Tanzfilminstitut hat als gleichermaßen tanzfilmproduzierende und archivierende Gedächtnisorganisation endlich einmal Zeit für die Inventur seiner Bestände und entdeckt vieles neu. Mit Dankbarkeit und Freude erfüllt uns, dass wir – wie die meisten Theater, Museen und Bibliotheken –...
Wir haben uns in der vergangenen Spielzeit gefragt: Was können wir jetzt tun, das wir normalerweise nicht tun könnten? Also ergriffen wir die Gelegenheit, nahmen uns Zeit, dachten nach, stellten Fragen und entwickelten Tools, die uns anspornten, außerhalb unserer angestammten Domäne zu denken. Unsere Prioritäten dabei waren Forschung und Entwicklung neuer Ideen. So...
Zu Beginn der Corona-Krise, während des ersten Lockdowns, war es ganz schön schwierig, in Form zu bleiben. Seitens der Kompanie wurde uns eine Stange und ein Tanzboden zur Verfügung gestellt, damit wir per Zoom von zu Hause aus trainieren konnten. Ich versuchte, eine Weile so Unterricht zu nehmen, merkte aber schon bald, dass das mit meiner normalen Arbeitsweise...
