Emily Molnar
Wir haben uns in der vergangenen Spielzeit gefragt: Was können wir jetzt tun, das wir normalerweise nicht tun könnten? Also ergriffen wir die Gelegenheit, nahmen uns Zeit, dachten nach, stellten Fragen und entwickelten Tools, die uns anspornten, außerhalb unserer angestammten Domäne zu denken. Unsere Prioritäten dabei waren Forschung und Entwicklung neuer Ideen.
So entstanden Projekte wie etwa «Shared Platform, Open Space» und natürlich die Livestreams unserer Bühnenprogramme, die von Menschen in über 70 Ländern geschaut wurden – darunter viele Orte, an die wir als Kompanie niemals hätten reisen können. Zwar werden Livestreams auch in Zukunft ein hybrides Präsentationsmodell für uns darstellen, doch werden sie das persönliche Live-Erlebnis unserer Arbeiten niemals ersetzen. Denn dieses bildet nun mal den Kern unseres Tuns.
In den vergangenen Monaten mussten wir unseren Fokus permanent neu ausrichten. Unser Projekt mit Damien Jalet beispielsweise war ursprünglich für die Bühne konzipiert und sollte außerdem in Livestream-Performances gezeigt werden. Doch die Umstände veranlassten uns dazu, die Arbeit in einen Film umzuwandeln, der im Herbst 2021 vorgestellt wird. Besonders dieses ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 113
von
Ganz klar: Die zurückliegenden eineinhalb Jahre waren eine enorme Herausforderung für die gesamte Kunstwelt. So vieles, was wir bis dahin als selbstverständlich erachtet hatten, war uns plötzlich nicht mehr zugänglich. Ich persönlich war überwältigt von Gefühlen der Hilflosigkeit. Zugleich eröffneten sich in jenen Monaten aber auch viele Möglichkeiten, die es zu...
«Wenn ich einen Tanz oder irgendeine Art von Werk plane, kann ich das nicht umsetzen, bevor ich den Raum verstanden habe», sagt Maria Hassabi, die in Athen ebenso zu Hause ist wie in New York. Die 48-jährige, auf Zypern geborene Choreografin und Künstlerin ist eine Spezialistin für die Raumzeit-Verhältnisse der menschlichen Wahrnehmung. Unsere Sinne brauchen Zeit:...
Am 19. Mai öffneten Frankreichs Theater ihre Tore. Allgemeines Aufatmen blieb aus, zu viele Probleme waren ungeklärt. Da ist vor allem der Streit um die Reform der Arbeitslosenversicherung, die den ohnehin gebeutelten Künstler*innen und Techniker*innen weitere Opfer abverlangen wird. Etwa ein Drittel muss sich wohl einen neuen Beruf suchen. Auch zwischen den...
