Putin tanzt mit

Sergei Polunin

Tanz - Logo

«Career over», twitterte der britische Choreograf Matthew Bourne lakonisch angesichts der Nachricht, dass der Startänzer Sergei Polunin ein neues --Tattoo hat. In der Tat kann man sich nur schwer vorstellen, wie Spartacus oder Graf Albrecht mit dem Antlitz des russischen Staatspräsidenten auf der Brust über die Bühne springen. Tätowiert war Polunin schon lange, die zum Teil recht martialischen Bilder auf seinem edlen Tänzerkörper tragen ganz entschieden zu seinem Image als «Bad Boy of Ballet» bei.

Neben dem Antlitz seines Münchner Mentors Igor Zelensky prangt dort etwa der böse Joker aus «Batman», quer über die Brust zieht sich ein -«Tiger Scratch», eine angeblich selbst beigebrachte Skarifizierung in Form eines Krallenhiebs. Das Putin-Tattoo sitzt nun mitten im Ausschnitt und dürfte selbst bei guter Abdeckung mit Make-up irgendwann durchscheinen, zumal Polunin viel zu selten auf der Bühne steht und ihm die großen Rollen trotz seiner immer noch jungen 29 Jahre reichlich Schweiß abver-langen. 

Die Hollywood-Karriere des Royal-Ballet-Flüchtlings kommt tatsächlich voran, allerdings bleiben die Auftritte noch recht kurz, zuletzt im Agententhriller «Red Sparrow» als Ballettpartner von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2019
Rubrik: Side Step, Seite 22
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
Trajal Harrell

Trajal Harrell, beim Berliner «Bauhaus100»-Festival gastieren Sie mit «Hoochie Koochie» – wie kamen Sie auf diesen Titel?
Es handelt sich um eine performative Installation, der Titel hat sich aus dem Stück «Caen amour» entwickelt, das ich auch bei einer umfassenden Retrospektive im Barbican Centre in London gezeigt habe. Die Ausstellungsmacher dort haben...

Zürich on tour: Alexandra Bachzetsis «Escape Act»

Diese abgrundtiefe Langeweile auf der Bühne. Obwohl: Abgrund hat sie nicht, nur Hohlheit, Leere. Die neue Performance von Alexandra Bachzetsis, die in PACT Zollverein in Essen Premiere feierte, beschreitet als «Escape Act» die Flucht ins design-te Nichts. Das finden viele im Publikum toll, wahrscheinlich auch der Philosoph Paul B. Preciado, Verfasser des...

München: E. Ómarsdóttir, H. Ólafsdóttir «Romeo und Julia»

Das kann ja heiter werden. Bevor die Vorstellung richtig beginnt, treten die zwanzig Tänzer und Tänzerinnen vor den Vorhang und stellen der Reihe nach ihre persönliche Beziehung nicht nur zu dieser «Romeo und Julia»-Produktion her. Noch scheinen alle nackt; die fleischfarbenen Bodys lassen allerdings manchen Muskel, aber auch Geschlechtsteile monströs hervortreten....