Paul Lightfoot

Hüte dich vor den Iden des März

Danach gefragt, was so bleiben sollte, wie es ist, und was sich innerhalb und außerhalb des Theaters ändern müsste, würde ich gerne mit einer Gegenfrage beginnen: Wer sagt eigentlich, dass wir uns ändern müssen? Veränderung – die unwiderlegbare Konstante in unser aller Leben – kann niemals erzwungen werden, sonst würden wir ihr nämlich mit Sicherheit zum Opfer fallen, anstatt sie zu meistern. Ich glaube allerdings sehr wohl an das Diktum, welches besagt, dass großen Veränderungen in der Regel ein Chaos vorausgeht.

Die außergewöhnlichen Umstände, in die unser gesamter Planet hineinkatapultiert worden ist, haben durchaus den Effekt einer Brandrodung gezeitigt: Nun können neue Triebe nachwachsen, und die Gelegenheit für uns ist gekommen, die Welt, die vor uns liegt, besser zu gestalten.

Mein berufliches wie mein privates Leben sind während der Corona-Krise gleichermaßen tief erschüttert worden, da diese mir lebhafter als je zuvor vor Augen geführt hat, was ich lernen muss, was ich besser machen kann, und was ich bereits weiß. Daher möchte mich ich gerne auf meine ganz persönlichen Erfahrungen und Einsichten berufen, um die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht, die kleineren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 72
von Paul Lightfoot

Weitere Beiträge
Rudolf Rach

Überall sind Klagen zu vernehmen, dass in der Öffentlichkeit nicht genug über Kultur geredet wird. Dass der oberste Kassenwart nicht ein paar Milliarden auf den Tisch haut und behauptet: Ein Euro (Kultursubvention) bringt vier zurück. In dieser Simplizität stand es in der «FAZ», die ich immer noch für ein seriöses Blatt halte. Im Ernst: Haben Sie schon jemanden...

La couronne

Wenn Prinzessin Aurora im Rosen-Adagio von «Dornröschen» in Balance steht, wenn sie die Hände ihrer vier Bewerber jeweils für einen kurzen Moment loslässt, um in erhabener Ruhe­ auch ihren zweiten Arm über dem Kopf zu runden, dann ist das, vielleicht weil es derart selten in Perfektion geschieht, ein Moment echter Magie. «Bras en couronne» heißt die Armhaltung und...

Das Leben ist schön

An einem dieser endlos langen Abende ohne jede Theateraussicht tut sich plötzlich mitten im Lockdown ein fremdes Fenster auf. Paris liegt uns zu Füßen, mittendrin der Eiffelturm, rund herum glitzernde Dächer und prachtvolle Fassaden – eben die ganze Schönheit, die der ehrgeizige Baron Haussmann der französischen Kapitale im 19. Jahrhundert verpasst hat. Das...