Paul Lightfoot
Danach gefragt, was so bleiben sollte, wie es ist, und was sich innerhalb und außerhalb des Theaters ändern müsste, würde ich gerne mit einer Gegenfrage beginnen: Wer sagt eigentlich, dass wir uns ändern müssen? Veränderung – die unwiderlegbare Konstante in unser aller Leben – kann niemals erzwungen werden, sonst würden wir ihr nämlich mit Sicherheit zum Opfer fallen, anstatt sie zu meistern. Ich glaube allerdings sehr wohl an das Diktum, welches besagt, dass großen Veränderungen in der Regel ein Chaos vorausgeht.
Die außergewöhnlichen Umstände, in die unser gesamter Planet hineinkatapultiert worden ist, haben durchaus den Effekt einer Brandrodung gezeitigt: Nun können neue Triebe nachwachsen, und die Gelegenheit für uns ist gekommen, die Welt, die vor uns liegt, besser zu gestalten.
Mein berufliches wie mein privates Leben sind während der Corona-Krise gleichermaßen tief erschüttert worden, da diese mir lebhafter als je zuvor vor Augen geführt hat, was ich lernen muss, was ich besser machen kann, und was ich bereits weiß. Daher möchte mich ich gerne auf meine ganz persönlichen Erfahrungen und Einsichten berufen, um die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht, die kleineren ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 72
von Paul Lightfoot
In einer Welt ohne Covid-19 hätte die italienische Festival-Saison Anfang Juni begonnen, und wir könnten nun fleißig Neuproduktionen beurteilen. Stattdessen leben wir in einer Zeit der Unsicherheit und des Stillstands, den nicht allein die Pandemie verursacht hat, sondern mehr noch die uneindeutige Haltung der Politik gegenüber den performativen Künsten. Schon ganz...
Gabriele Naumann-Maerten, viele Menschen hatten zuletzt sehr viel Zeit und haben sich Gedanken gemacht über sich, ihre Karriere, ihre Zukunft. Spürt man die Ergebnisse dieser Zweifel auch in der Praxis des Coaching, bei der Beratung von Menschen, die etwas bei sich oder in ihren Firmen ändern wollen? Alle Menschen, wenn sie in Veränderungsphasen sind, fragen sich:...
Ich zitiere sehr häufig einen Satz aus Amin Maaloufs Buch «Le Dérèglement du Monde» («Die Auflösung der Weltordnungen»): In Krisenzeiten sollte man (viel mehr!) in Kultur, Wissenschaft und Bildung investieren, denn kreative Lösungen dürfen wir von den Banken nicht erwarten.
Das ist alles.
Weitere Antworten auf die Frage, was bestehen bleiben muss und was sich...
