Patricia Carolin Mai «Rausch»
Die Halle k6 im Hamburger Produktionshaus Kampnagel ist riesig. Und Patricia Carolin Mai nutzt den riesigen Raum bis auf den letzten Quadratmeter – indem sie ein 105-köpfiges Ensemble auf die Bühne stellt. Tänzer*innen mit und ohne Tanzausbildung hat sie zur Uraufführung von «Rausch» hier versammelt, alte, junge, große, kleine, hell- und dunkelhäutige, eine unüberschaubare Menge Mensch, die sich auf den Tanz und auf die Bewegung einlässt. Bei der Aufführung im Leipziger LOFFT wird das Ensemble durch lokale Performer*innen erweitert werden.
«Was ist überhaupt Tanz?», fragt das Stück: Es gibt den «Schön-dichzu-sehen-Tanz», den «Publikumsbegrüßungs-Tanz», den «Immer-nochin-die-Ex-verliebten-Tanz», und während diese sicher unvollständige Liste immer länger wird, löst sich eine Frau aus der Masse und beginnt zu tanzen, ganz leicht, kleine, langsam erweiterte Kreise. Mais Choreografie ist an dieser Stelle minimalistisch, allerdings ist das ein Minimalismus, der die ganz große Form braucht: die riesige Gruppe im Hintergrund, in der nur wenig passiert, hier eine Positionsverlagerung, dort ein gemeinsames Kichern. Jemand flüstert seinem Nachbarn etwas ins Ohr, der trägt die Botschaft ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2023
Rubrik: Kalender, Seite 42
von Falk Schreiber
Das Jahrbuch tanz
Schicksalsjahr für den Tanz: 1973 stirbt der Choreograf John Cranko, Spiritus rector des Stuttgarter Ballettwunders, während Pina Bausch und John Neumeier in ihre immens erfolgreichen Direktionen starten. Was war, was ist, was wird? Danach fragen wir im Jahrbuch «Cranko, Bausch, Neumeier» Künstler*innen, Zeitzeug*innen – und Junior*innen. Und...
NOA ESHKOL
Noa Eshkol ist in erster Linie als Tänzerin, Choreografin und Tanztheoretikerin bekannt. Die 2007 im Alter von 83 Jahren gestorbene Israelin war allerdings auch Bildende Künstlerin, die Wandteppich-Arbeiten herstellte, welche weit über den Tanzbereich hinausweisen. Die Berliner Galerie neugerriemschneider hat Eshkol schon mehrfach im Kunstkontext...
«Alle wissen’s», heißt es einmal im Stück, «Everybody knows». Es gibt nichts, was nicht bereits gewusst wird, alles ist schon begriffen: Umwelt, Klima, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Klassismus, Rassismus, Diversität. Es gibt kein Unwissen. Vielmehr gibt es zu allem immer noch eine Haltung und Meinung. Und schon weiß niemand nichts mehr. Doch auch das ist eine Form...
