Patrice Bart: «Das flammende Herz»
Er hat etwas von einem Apoll. Im Ballett begleiten ihn vier Frauen, die das Programmheft nicht ganz grundlos als seine Musen bezeichnet. Gleich einem Gott fühlt sich Percy Bysshe Shelley frei genug, seine Liebe so zu leben, dass sie sich in seinen Gedichten zur reinsten Poesie läutert. «Vielleicht hätte er», schrieb Wolfgang Koeppen über einen der bedeutendsten Repräsentanten der englischen Romantik, auch «sein Glück erjagt, wenn er wie eine Äolsharfe die schöne und mächtige Stimme des Windes in einem Traumreich geblieben wäre.
Aber Shelley», so heißt es seinem Text «Das brennende Herz» weiter, «wollte das Leben, die Herkunft des Lebens, seinen Hingang, den Tod ergründen.» Der steht nun am Anfang eines zweiaktigen Balletts, das unter dem Titel «Das flammende Herz» an der Berliner Lindenoper in einer Inszenierung von Patrice Bart zu sehen ist.
Es ist der eigene Tod. Folglich erscheinen hinter einem durchsichtigen Vorhang schattenhaft all die Schönen, die seinen Lebensweg rekapitulieren: Als eine einzige Abfolge von Amouren, die den Zuschauer kaum einmal ahnen lassen, was den Dichter bewegt. Vladimir Malakhov hat jede Menge Ballettschritte zu bewältigen, aufopfernd, mit verzweifelter ...
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What next? «Wir werden versuchen, dieses Werk auf jede uns mögliche Weise am Leben zu erhalten», sagt Robert Swinston, langjähriger Tänzer der Merce Cunningham Dance Company (MCDC), rechte Hand des Choreografen und einer von vier Treuhändern des Cunningham Trust. «Wir werden keine neuen Stücke mehr haben, aber was wir haben, wird bewahrt. Wir nehmen etwa fünfzig...
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die...
Er habe Hochachtung vor Kenneth MacMillans Klassiker, glaube aber, dass heute andere Formen der tänzerischen Darstellung möglich seien. Sagt Gonzalo Galguera und verwendet in Magdeburg pikanterweise genau jenes Arrangement verschiedener Musiken von Jules Massenet aus Opern, Oratorien, Orchestersuiten, das Leighton Lucas 1974 für MacMillans Londoner Uraufführung...
