Life after Merce
What next? «Wir werden versuchen, dieses Werk auf jede uns mögliche Weise am Leben zu erhalten», sagt Robert Swinston, langjähriger Tänzer der Merce Cunningham Dance Company (MCDC), rechte Hand des Choreografen und einer von vier Treuhändern des Cunningham Trust. «Wir werden keine neuen Stücke mehr haben, aber was wir haben, wird bewahrt. Wir nehmen etwa fünfzig von Merces wichtigsten Werken und organisieren sie in ‹dance capsules›.
Sie enthalten spezifische Notizen für jedes der Stücke, Videos oder DVDs, die Musik, Angaben zu Beleuchtung, Ausstattung und sämtliche anderen Informationen für die jeweilige Arbeit. Wenn sie dann lizenziert oder rekonstruiert werden sollen, muss man nicht erst lange nach Details graben.» Das klingt schön, aber festhalten lässt sich Tanz auch so nicht. Beschreibung reicht nicht aus, um seine Wirkung zu erklären. Fotos isolieren Posen, und selbst Film und Video können nie alle Blickwinkel einnehmen – gerade das ist wichtig bei der multifokalen Arbeit Cunninghams. Darüber hinaus verflachen sie die Bewegung. Veränderung, Wandel, sind zentrale Begriffe in seinem Werk – wie viele Stücke sind unter dem Einfluss des «I Ging» entstanden, das übersetzt «Buch des ...
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Zwei Kompanien sind heute auf Tour, von denen man weiß, dass es sie sehr bald nicht mehr geben wird: Die Merce Cunningham Dance Company, die nur noch zwei Jahre lang das Erbe ihres Namensgebers weiterträgt. Und Pina Bauschs Wuppertaler Tanztheater, das im August eine Stiftung erhielt, um ihr Erbe in ein Archiv zur wissenschaftlichen Erforschung des Tanztheaters...
Jean-Marc Liverato, 52, war Gründer von Danse Bassin Méditerranée, einer Organisation, die Tänzern im Mittelmeerraum und darüber hinaus auch in Afrika, Serbien und der arabischen Welt mit Workshops, Stipendien und Festivals ein gemeinsames Plateau bietet. Der in Algerien geborene Landwirtschaftsingenieur wurde 1987 Manager und Produzent diverser Tanzkompanien,...
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die...
