Opiyo Okach
Opiyo Okach, in Ihrem Stück «Abila» von 2002 benutzen Sie Versatzstücke aus traditionellen Ritualen wie das Einreiben des Körpers mit roter Erde und schaffen in Verbindung mit Videos choreografische Bilder, deren Eleganz und zeremonielle Schönheit auf einer Stufe mit Sankai Juku stehen.
Allerdings habe ich dafür, dass ich mit sakralen Elementen arbeitete, in Kenia einige Anfeindungen erlebt. Dort herrschen strenge moralische und soziale Regeln. Die ursprüngliche Kultur hat sich mit der christlichen vermischt, die unser Verhältnis zum Körper zerstört hat.
In vielen Fragen wurde die katholische Sichtweise übernommen. Aber das Zusammenleben mit den anderen Gemeinschaften, auch den Moslems, ist harmonisch.
Jeder bewegt sich im Alltag zwischen mehreren Sprachen und Kulturen und kann die Perspektive des anderen nachvollziehen. So begreift man, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Man versteht sich nicht als Zentrum der Welt, sondern lebt in mehreren Welten gleichzeitig. Das hat auch mit dem Funktionieren von Demokratie zu tun und mit einem Gleichgewicht in der Welt. George Bushs «Entweder du bist mein Freund oder mein Feind», hält dieser Realität nicht stand. Viele Kenianer tragen ...
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«Déjà Donné», französisch für «Recycling». So heißt seine Kompanie. Simone Sandronis Ausstattung und Bewegungssprache für «Cambio d’abito» (Kleiderwechsel) speisen sich aus zweiter Hand. Thematisch – es geht ums Auf-Spüren des Spektakels im Alltag, der alten Schwungkraft, unter Schichten abgelagert und begraben. Strukturell, weil Simone Sandroni das kalkulierte...
Man hätte schon durch den Titel gewarnt sein müssen. «Tschaikowskys Träume» – ein Zweiteiler, der von Luisa Spinatelli mit allzu vielen aus dem Bühnenhimmel herabfahrenden Prospekten ausgestattet wurde, auf die ein seiner Farben verlustig gegangener Nolde verschwommene Bilder gemalt haben könnte. Im Theater Mönchengladbach ist Zeit-Totschlagen angesagt. Norths...
Daniela Kurz lässt sich auf keinen Kompromiss ein. Am Ende ihrer zehnten Spielzeit am Staatstheater Nürnberg macht sie Schluss mit dem Tanztheater – am 17. Mai unter dem Titel «Nächster Halt: Freiheit», eine Recherche, die sich mit der politischen Dimension der Kunst auseinandersetzt. Schon im Vorfeld waren die Bürger der Stadt gefragt. Während des Arbeitsprozesses...
