Sandroni, van Manen, Schläpfer & das Bayerische Staatsballett
«Déjà Donné», französisch für «Recycling». So heißt seine Kompanie. Simone Sandronis Ausstattung und Bewegungssprache für «Cambio d’abito» (Kleiderwechsel) speisen sich aus zweiter Hand. Thematisch – es geht ums Auf-Spüren des Spektakels im Alltag, der alten Schwungkraft, unter Schichten abgelagert und begraben. Strukturell, weil Simone Sandroni das kalkulierte Risiko der Ballettwocheneröffnung beim Bayerischen Staatsballett, wenig Zeit und fachfremde Tänzer hatte. Er entschied sich für Bach und einen aufmunternden Grundkurs zu seinem Werk.
Das ist «contemporary», sprich: zu erdig und ungestüm fürs Münchner Ballett. (Bis auf den Naturquirl Wunsze Chan und den polyvalenten Norbert Graf, die direkt in der zeitgenössischen Szene anheuern können). Trotzdem, für hiesige Verhältnisse ist das Resultat wild und struppig. Kreischend farbenfroh rosalies Kostümfetzchen; bonbonrosa, quietschgrün, zitronengelb, krebsrot wiehern sie in die aufgerissene Dunkelheit. Die Tänzer tragen die Haare wie es ihnen gefällt. Sie rennen ganz viel über die Bühne, diagonal, im Kreis oder Knäuel, manchmal ineinander. Kindergeburtstag. Das wirkt sicher ausgelassen, sobald sie sich in dem freien Idiom heimischer ...
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