Ein Nachruf. Von Eva-Elisabeth Fischer

Tanz - Logo

Das Tanztheater Wuppertal gastierte gerade in Breslau, als es am Mittag des 30. Juni die Nachricht vom Tod Pina Bauschs erreichte. Die Kompanie tanzte am Abend, so wie sie auch nach den Anschlägen des 11. September getanzt hatte. Dieses als ein Akt der Selbstbehauptung, zum einen. Und es mag, zum anderen, den Tänzern ein Trost gewesen sein, das jüngste Stück, das erst 18 Tage zuvor in Wuppertal uraufgeführt worden war, zu tanzen, statt sich dem Schock dieser unerwarteten Nachricht hinzugeben.

An die Folgen für die Kompanie und für das Werk der Tanztheater-Schöpferin, das seit einem Jahr archiviert wird, hat an diesem Tag wohl kaum einer der Betroffenen gedacht.

Fünf Tage vor ihrem Tod war Pina Bausch ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die  Diagnose: Krebs. Außer ihren Nächsten hatte niemand davon gewusst. Und angelegentlich dieses letzten verstörenden Kapitels ihres nicht ganz 69-jährigen Lebens (sie hätte am 27. Juli Geburtstag gefeiert), fällt auf, dass niemand wirklich etwas über ihre Befindlichkeit wusste, dass nichts nach außen drang über ihr Leben jenseits der Lichtburg in Barmen, wo sie ihre Stücke erarbeitete und probte, und den Theatern, wo an ihnen vor jeder Aufführung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Pina Bausch, Seite 6
von Eva-Elisabeth Fischer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ein Gespräch mit Dominique Hervieo

Dominique Hervieo, als Choreografin sind Sie jetzt im zweiten Jahr Intendantin am Théâtre national de Chaillot. Das Theater sollte nach erbitterten Debatten zum ersten großen Tanzhaus in Paris werden. Ich hatte nicht erwartet, dass nun doch so viel Theater im Programm steht. Hat da die Theaterlobby im Kulturministerium Einfluss geltend gemacht?                     ...

John Neumeier: «Hommage aux Ballets Russes»

Am 18. Mai 1909 wurde im Théâtre Châtelet die Saison Russe mit dem «Pavillon d'Armide» eröffnet: kein Ballett gab die Visionen Diaghilews sichtbarere Gestalt als jenes Drame chorégraphique en un acte et trois tableaux eines gewissen Mikhail Fokine. John Neumeier spricht von einem «unglaublichen Erfolg», die das Werk erfahren habe, von einer «regelrechten...

Aurélia Dupont - Vorbild

Die zierliche Gestalt, die das Fotoarchiv des Palais Garnier betritt, in dem sich Abzüge aus den letzten achtzig Jahren stapeln, ruft in der Besucherin sofort ein Bild wach: Duponts entwaffnende Schönheit erinnert an die ebenmäßig ernsten Züge der jungen Romy Schneider. Straff zurückgenommene dunkelblonde Haare lenken den Blick auf große, sprechende Augen und...