Okkupiert Raum
Der Konzeptkünstler Peter Kees setzt «Arkadische Quadratmeter» in die Landschaft. Die symbolische Landnahme steht für eine Utopie: dass nämlich die Erde wieder der Erde gehört, statt als Staatsbesitz zu firmieren. So ließe sich auch der Körper anders denken: nicht als staatsbürgerliche Hülle, sondern als freies Wesen, das seinen eigenen arkadischen Traum tanzt. Und der Tanz? Sollte, wie Peter Kees, Terrain okkupieren. Sollte Räume und Freiräume für sich beanspruchen. Das Arkadien der Kunst braucht keinen Staat im Rücken.
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 112
von Red.
Panaibra Gabriel Canda arbeitet seit 1993 als Tänzer und Choreograf in Maputo/Mosambik und im Rest der Welt. Bei seinen zahlreichen Festivalauftritten in Europa wird man jedes Mal daran erinnert, dass intellektuell grundierter Tanz nicht zwangsläufig langweilig sein muss, sondern ganz lebensprall und humorvoll daherkommen kann. Panaibras berühmte «Marrabenta Solos»...
Den Tanz der Zukunft gibt es nur noch im Plural. Es ist ein Tanz der Vielen, und er findet an Orten statt, die Vielheit und Teilhabe garantieren.
Diese Orte werden von Menschen geleitet, denen bewusst ist, dass die Tanzkunst immer vielfältiger und größer ist als sie selbst. Kuratorische Egoismen haben darin keinen Platz mehr.
Der Tanz der Zukunft kommt wieder mehr...
Das Theater braucht eine Struktur. Die sieht heute so aus: Entweder man arbeitet in der freien Szene, hangelt sich von Projekt zu Projekt, von Antrag zu Antrag, von Residenz zu Residenz, von Gastspiel zu Gastspiel, immer unsicher, immer unterbezahlt, immer anpassungsbereit. Oder man fügt sich in das System eines Stadttheaters. Auch dort gibt es Freiheiten,...
