Noé Soulier «First Memory»

Freiburg

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«Le geste» ist ein Begriff, der in Frankreich ein weites Feld umspannt und in dem die Tradition der Mimen mitschwingt: Der Pierrot, Marceau, Decroux, Jaques-Dalcroze … Auch Noé Soulier, der neue, junge und brillante Leiter des CNDC in Angers, ist seit Jahren der Geste auf der Spur. Aber bei ihm geht es, wie er auf dem Festival «Montpellier Danse» zur Uraufführung von «First Memory» erklärte, nicht um Perfektion, sondern gerade um das Unvollendete. Allerdings als Ausgangspunkt für perfekten Tanz.

So wird sein jüngstes Stück eine Suche nach der Geste, die Halt verleihen könnte, aber unauffindbar ist.

Die Gesten des Alltagslebens, auf die Soulier sich bezieht, sind: Werfen, Schlagen, Ausweichen, Fangen, eher aus dem Bereich des Sports als dem Arbeits- oder häuslichen Leben. Und körperliche Höchstleistungen fordert Soulier von seinen sieben Tänzer*innen zweifellos. Für «Removing» hatte er sich intensiv mit brasilianischem Jiu-Jitsu beschäftigt, einem Kampfsport, bei dem der Gegner weder gehebelt noch getreten wird. Spuren davon sind noch vorhanden, wenn er die Suche nach der Geste auf das Terrain von Intentionen, Richtungswechseln, Ungleichgewicht und Unterbrechungen verlagert. 

Der ...

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Tanz 1 2023
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Thomas Hahn

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