Newcomerin: Sarah Baltzinger

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In «Vénus anatomique» widmet sich die Wahl-Luxemburgerin Sarah Baltzinger – scheinbar – dem Phänomen der «Anatomischen Venus». Diese lebensgroßen Wachsfiguren halfen ab dem späten 18. Jahrhundert Generationen von Medizinstudenten dabei, ihren natürlichen Ekel vor offengelegten inneren Organen zu überwinden – die Angst vor dem Tod wurde durch romantische Träumerei überlistet. Doch später inszenierten sich Gaukler als Mediziner und lockten ein lüsternes, männliches Publikum, dem sie mit ihren Kunstkadavern schräge Gefühlswelten feilboten.

Für Sarah Baltzinger ist die Figur der «Anatomischen Venus» deshalb ein Beispiel, wenn nicht gar ein Konzentrat männlicher Fantasien über den weiblichen Körper. Die haben sich ohnehin nicht geändert, sagt sie.

Ihre Venus kommt fünffach daher, geharnischt mit Brustschilden, die hier den Körper nicht öffnen, sondern verkleiden. Die vermeintliche Nacktheit wird zur Umkehrung der anatomischen Venus, die übergestülpten Hautimitate zu wehrhaften Rüstungen, aber auch zu Fremd-Körpern. So demaskieren die Amazonen den lüsternen Blick, der versucht, unter die Kleidung zu schauen und führen ihn ad absurdum. Die Effekte männlicher Fantasien auf die weibliche ...

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Tanz März 2024
Rubrik: Side step, Seite 22
von Thomas Hahn

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