Nervengeflecht

Keine Gesellschaft ohne freie Kunst und Kultur: Der Staat ist in der Pflicht

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Pina Bausch hat einmal sehr emotional beschrieben, worin das Wesen des Tanzes besteht, als sie in ihrer Rede zur Verleihung des Kyoto-Preises 2007 über die Arbeit auf der Bühne und die Möglichkeiten künstlerischer Annäherungen an große, letzte Fragen sprach: «Es ist so, als bekämen wir dadurch ein Wissen zurück, das wir zwar immer schon haben, das uns aber gar nicht bewusst und gegenwärtig ist. Es erinnert uns an etwas, das uns allen gemeinsam ist. Das gibt uns eine große Kraft.

»

«Flow», Thema des Jahrbuchs 2025 der Zeitschrift tanz, will aus der Perspektive der Kunst eine Antwort auf die Verhärtungen und Frontenbildungen in der gegenwärtigen Weltlage, in Politik und Gesellschaft geben. Und was würde sich dazu mehr eignen als der Tanz? Die choreografischen Handschriften in Deutschland sind außerordentlich vielfältig, die künstlerischen Themen des Tanzes vielseitig. Genau wie Pina Bausch es ausdrückte, geht es dabei auch im zeitgenössischen Tanz immer um das, was wir aus der Literatur, aus dem Theater kennen – um die ganz großen Geschichten des Lebens nämlich.

Vor allem aber ist der Tanz eines – und das sehen wir heute eindrücklicher denn je: Er ist so international, wie kaum eine ...

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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Barrieren, Seite 54
von Monika Grütters

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