Im Fokus: Kollektivkultur
Den Kollektiven gehört die Gunst der Stunde: Über das, was die Stärke eines Ensembles ausmacht, mögen häufig einzelne Performer*innen entscheiden. Aber am Ende fließt im Tanz eben doch alles zusammen in den Flow einer Aufführung – und ergibt ein Panorama, das als positiver Eindruck stehen bleibt. In diesem Sinn fallen in unserer Umfrage fünf Compagnien aus dem Rahmen.
Gauthier Dance, am Stuttgarter Theaterhaus ansässig, hat mit Shori Yamamoto, Bruna Andrade, Gudrun Schretzmeiers Kostümen für die «Fireworks» und als Compagnie beeindruckt.
Gleiches gilt für Peeping Toms «Dido and Aeneas» in Basel und für Het Nationale Ballet aus Amsterdam, wo Olga Smirnova und Giorgi Potskhishvili (mit Auftritten in Dortmund) jeweils zweimal genannt wurden, dazu gesellte sich noch Jacopo Tissi. Das Stuttgarter Ballett glänzte in Joachim A. Langs «Cranko»-Film, darüber hinaus hervorgehoben wurden die Tänzer*innen Miriam Kacerova, Carlos Strasser, Mackenzie Brown und Henrik Erikson. Last but not least ein großer Auftritt für die Urbesetzung von Pina Bauschs «Kontakthof», revitalisiert von Meryl Tankard als «Echoes of ’78». Bravo!
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: The winners are, Seite 128
von
«I am rooted, but I flow» heißt es in Virginia Woolfs Roman «Die Wellen»: «Ich bin verwurzelt, aber ich fließe»
Die Worte entspringen dem Gedankenstrom der Protagonistin Jinny, die ihren Körper als reizvolles, rauschhaft tanzendes Instrument der Welterschließung empfindet und sich selbst als wandelbar, offen, nicht festgelegt, kurz: «im Fluss». Der Roman erschien...
Fürs Ergebnis gelten neue Spielregeln, die den dynamischen «Flow» der Szene berücksichtigen: Sechs und mehr Nennungen führen aufs Siegertreppchen – sei es als «Glanzlicht» – ermittelt aus den Voten über mehrere Rubriken hinweg –, sei es als klassischer Winner. Wir gratulieren.
Glanzlichter
Bayerisches Staatsballett
Staatsballett Berlin
Choreograf des Jahres
Marcos...
Die Tanzwelt schweigt ein wenig verschämt über das Thema, aber es lässt sich nicht leugnen: Das Ballett verlangt nach hochgradig optimierten Körpern. Und zwar nicht nur das Ballett klassisch-traditionellen Zuschnitts: Auch im zeitgenössischen und im neoklassischen Bereich sollen bestimmte Körpernormen eingehalten werden. Selbst wenn das nicht explizit genannt ist,...
