Lifetime achievement: Reinhild Hoffmann
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. 1977 lässt sich Reinhild Hoffmann zum ersten Mal auf einem Sofa nieder und kommt nicht mehr wirklich von ihm los. Wer an die Tänzerin und Choreografin denkt, wird sich sofort an ihr «Solo mit Sofa» erinnern. Angetan ist sie mit einem überaus eleganten Abendkleid, dessen Schleppe mit dem Möbel – Objekt ihrer Begierde – auf untrennbare Weise verbunden ist. Zwar findet die Künstlerin auf der Couch bequem Platz. Aber sobald sie das Weite sucht, verhindert der Stoff das Entkommen.
Er begrenzt ihren Aktionsradius und fordert sie zugleich heraus, ihn zu überwinden: ein Widerspiel zwischen Widerstand und Wagnis, das sich auf vielfache Weise lesen lässt.
In seiner Monografie «Solange man unterwegs ist – Die Tänzerin und Choreographin Reinhild Hoffmann» erscheint Norbert Servos «Solo mit Sofa» als «quälend langsamer Albtraum», der sich zu John Cages suggestiver Stimmkomposition «Empty Words» ereignet. Zugleich, so Servos, erschließt sich hier die Möglichkeit einer intensiven «Selbstund Raumerfahrung». Reinhild Hoffmann selbst zeigt sich verwundert über die Vieldeutigkeit ihres frühen Werks. In einem Interview im selben, überaus lesenswerten Buch ...
Fließende Geometrie
Als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal «Lifetime Achievement Awards» vergeben haben, stellte sich die Frage: Wie können wir die Preisträger*innen würdigen, ihr Lebenswerk ehren – und die Erinnerung daran mit einem erfreulichen Blickfang lebendig halten? Schnell war klar, dass sich ein kleines Objekt dafür am besten eignet. So kamen wir auf die Berliner Designerin Veronika Wildgruber, die Industrie- und Grafikdesign studiert hat und nicht nur – apropos Blickfang – extravagante Brillenmodelle produziert, sondern auch schöpferisch für Brands wie Hermès tätig ist. Die elegant geschwungene Skulptur, die Veronika Wildgruber als «Lifetime Achievement Award» für tanz und den Theaterverlag entworfen hat, wird in Paris im 3D-Druck-Verfahren hergestellt. Es ging darum, so die Designerin, einen bestimmten «Flow» zu erfassen: «Die fließende Geometrie fängt einen Moment tänzerischer Energie ein: Inspiriert von Labans Bewegungsanalyse bannt sie Schwung und Ausdruckskraft in eine statische Choreografie.» Punktlandung!
Verleger Torsten Kutschke und das Team von tanz
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: The winners are, Seite 124
von Hartmut Regitz
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