Klangstrom
Sehr viele Menschen haben sich auch ins Jahr 2025 von einem Strauss-Walzer hineintragen lassen. Oder sie haben ihren Kater mit dem diesmal besonders beschwingten-melancholischen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Riccardo Muti vertrieben, wo anlässlich des 200. Strauss-Geburtstags – am 25. Oktober ist es soweit, aber das ganze Jahr wird organisiert gefeiert – stolze 10 von 17 Werken von eben diesem Johann Strauss Sohn stammten.
Dazu tanzte das Wiener Staatsballett in vorproduzierten Filmen im Dreivierteltakt, und die «Rosen aus dem Süden» wiegten sich als Blumenschmuck im Goldenen Saal des Musikvereins. So geht eben Tradition.
Auf den wunderbaren Bällen, die man in Wien zelebriert, lebt, tanzt wie sonst nirgendwo, auf dem Opern-, Philharmoniker-, Kaffeesieder-, Steirer-Ball und wie sie sonst noch heißen, in der Oper, dem Musikverein, der Hofburg, dem Rathaus und diversen Adelspalais, da wird die Seinsvergessenheit im Bewegungswirbel gefeiert wie sie Strauss im zweiten «Fledermaus»-Finale zu allerlangsamsten Walzerklängen musikalisiert hat: «Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein, / lasst das traute Du uns schenken, / für die Ewigkeit, immer so wie heut, ...
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Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Flow, Seite 14
von Manuel Brug
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