Nasser Martin-Gousset: «Comedy»
Ein ironischer Rückblick auf die 68er, dazu eine Dosis Krimi. Sex & Crime – getanzt. Regie führt ein Choreograf. Manche Projekte erzeugen eben das gewisse Kribbeln. Allein, der zurzeit hoch gehandelte Nasser Martin-Gousset erfüllt mit «Comedy» nicht recht die Erwartungen, die er mit seinem Erfolgsstück «Péplum» selbst schuf. Er bleibt beim Kino als Ausgangspunkt, doch verglichen mit der Superproduktion zu Marc Anton und Kleopatra schaltet er einen Gang zurück. «Comedy» mischt Stimmungen aus Fantomas, Tati oder Antonioni.
Wir sind auf einer mondänen Party mitten in den Jahren der sexuellen Befreiung. Vier Jazzmusiker spielen live Standards von Dave Brubeck und Paul Desmond.
Martin-Gousset bindet sie voll ins Geschehen ein; ihm gelingt auch, die subtil stilisierten Partyszenen als Mimentheater feinster französischer Art zu präsentieren, prickelnd wie Champagner. Andere Bilder zeigen die Akteure gestochen scharf und schwarz wie Scherenschnitte, die die dunkle Seite des Abends spiegeln. Man jagt einen gestohlenen Diamanten. Ironischer Expressionismus persifliert James Bond und die Hollywood-Komödien von Blake Edwards.
Erst wenn zum Schluss die Schatten reihenweise erstochen werden, ...
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