Das Bild und seine Geschichte
Nachtaufnahme: Sophiensæle in Berlin. Im Untergrund treffen sich die grass roots zum Fokus auf ihre Partikularinteressen. Hinter dem Namensschild Miriam Wolff sitzt die Vertreterin der Gewerkschaft. Verbandspolitik als Freizeitgestaltung nach Trainingsschluss? Vor ihr eine junge Choreografin auf der Stuhlkante. Konzentriert, als höre sie zum ersten Mal von ihrem eigenen Beruf. Neugierig: Kommt jetzt Funktionärssprech? Nein. Miriam brennt für ihr Anliegen. Bei Honorar- und Zeitfragen antwortet sie mit professionellen Qualitätsstandards. Sie spricht von Arbeit, Würde und Aura in einem Satz.
Ihre Beispiele reichen von den Berliner Opernhäusern bis in die neuere amerikanische Musikgeschichte. Rechtskunde mal groovy, wer hätte das gedacht. Sie ist eine glühende Kämpferin für die Integrität ihrer Kunst. Es gibt kein Regelvakuum. Nur falsche Schüchternheit und schlechte Sachkenntnis. Wie soll man daraus, jetzt ist sie nachdenklich, Strahlkraft entwickeln? Das Publikum hat ein Recht auf gesunde, konzentrierte, motivierte, erfahrene, ja glückliche! Profis auf der Bühne. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die meisten Vertragspartner dankbar sind für ein starkes Gegenüber. Wenn das im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auf den ersten Blick ist der Slipper Room ein typischer Club des New Yorker Hipster- und
Bohème-Viertels Lower East Side. Es ist zehn Uhr am Samstagabend. Der niedrige, finstere Raum füllt sich langsam. Ein Dutzend durchgestylter Japaner drängt sich um die Bar, eine Gruppe von Lesben hat es sich in einer Ecke mit Plüsch-Sesseln bequem gemacht. Medien-, Design- und...
Auf der Tagesordnung steht die Auflösung der Noverre-Gesellschaft erst 2010 wieder: bei der nächsten Mitgliederjahresversamm-lung, als Punkt fünf. Zeit genug, die Situation des Vereins zu überdenken. Das ist auch nötig, denn die «Freunde des Balletts» handeln nicht aus Selbstzweck, sondern um einer Institution willen: der des Stuttgarter Balletts.
Dass Anfang...
Er ist klein und gelb und ernährt sich von Hirnwellenenergie. Monica Antezana ist alles andere als klein und gelb wie der berühmte Babelfisch aus dem «Hitchhiker’s Guide to the Galaxy» von Douglas Adams. Die gebürtige Bolivianerin, Jahrgang 1977, ist groß und dunkelhaarig und ließ nach dem Studium in Rotterdam und Hamburg ihre Hirnwellen anregen von der Frage nach...
