Das Bild und seine Geschichte
Nachtaufnahme: Sophiensæle in Berlin. Im Untergrund treffen sich die grass roots zum Fokus auf ihre Partikularinteressen. Hinter dem Namensschild Miriam Wolff sitzt die Vertreterin der Gewerkschaft. Verbandspolitik als Freizeitgestaltung nach Trainingsschluss? Vor ihr eine junge Choreografin auf der Stuhlkante. Konzentriert, als höre sie zum ersten Mal von ihrem eigenen Beruf. Neugierig: Kommt jetzt Funktionärssprech? Nein. Miriam brennt für ihr Anliegen. Bei Honorar- und Zeitfragen antwortet sie mit professionellen Qualitätsstandards. Sie spricht von Arbeit, Würde und Aura in einem Satz.
Ihre Beispiele reichen von den Berliner Opernhäusern bis in die neuere amerikanische Musikgeschichte. Rechtskunde mal groovy, wer hätte das gedacht. Sie ist eine glühende Kämpferin für die Integrität ihrer Kunst. Es gibt kein Regelvakuum. Nur falsche Schüchternheit und schlechte Sachkenntnis. Wie soll man daraus, jetzt ist sie nachdenklich, Strahlkraft entwickeln? Das Publikum hat ein Recht auf gesunde, konzentrierte, motivierte, erfahrene, ja glückliche! Profis auf der Bühne. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die meisten Vertragspartner dankbar sind für ein starkes Gegenüber. Wenn das im ...
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Wenn man vom «Stuttgarter Ballettwunder» spricht, wird reflexhaft John Cranko erinnert. Gleich nach dem Reflex denkt man an diese sonderbar brennende Bürgerbewegung, die mit gleich zwei Fördervereinen das Ballett der Stuttgarter feiert. Zwei Freundeskreise für eine Kompanie, wo gibt’s denn so was? Beide, die John-Cranko-Gesellschaft und die Noverre-Gesellschaft,...
Josephine Ann Endicott ist die Frau mit dem Nilpferd. Die Anna II aus «Sieben Todsünden», die Liebende, die ihren Mann anfleht, «Komm tanz mit mir». Seit 1973 ist sie unabdingbarer Teil von Pina Bauschs Tanztheater. Startänzerin, persönliche Assistentin, Repertoire-Dozentin, seit Kurzem Archivarin – gelegentlich «Nestbeschmutzerin». Schon einmal hat Jo Ann...
«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr...
