Das Bild und seine Geschichte

Tänzer, steht ein für eure Rechte! Katja Werner zu Besuch bei Miriam Wolff

Tanz - Logo

Nachtaufnahme: Sophiensæle in Berlin. Im Untergrund treffen sich die grass roots zum Fokus auf ihre Partikularinteressen. Hinter dem Namensschild Miriam Wolff sitzt die Vertreterin der Gewerkschaft. Verbandspolitik als Freizeitgestaltung nach Trainingsschluss? Vor ihr eine junge Choreografin auf der Stuhlkante. Konzentriert, als höre sie zum ersten Mal von ihrem eigenen Beruf. Neugierig: Kommt jetzt Funktionärssprech? Nein. Miriam brennt für ihr Anliegen. Bei Honorar- und Zeitfragen antwortet sie mit professionellen Qualitätsstandards. Sie spricht von Arbeit, Würde und Aura in einem Satz.

Ihre Beispiele reichen von den Berliner Opernhäusern bis in die neuere amerikanische Musikgeschichte. Rechtskunde mal groovy, wer hätte das gedacht. Sie ist eine glühende Kämpferin für die Integrität ihrer Kunst. Es gibt kein Regelvakuum. Nur falsche Schüchternheit und schlechte Sachkenntnis. Wie soll man daraus, jetzt ist sie nachdenklich, Strahlkraft entwickeln? Das Publikum hat ein Recht auf gesunde, konzentrierte, motivierte, erfahrene, ja glückliche! Profis auf der Bühne. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die meisten Vertragspartner dankbar sind für ein starkes Gegenüber. Wenn das im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2009
Rubrik: Entree, Seite 4
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Brief aus Marrakech

Die letzten scheppernden Töne des Muezzins verhallen im Hupkonzert des Nachmittagsverkehrs. Wir sind in Marokko. Im Wohnzimmer der Familie Mamoun macht die erste Flasche Wein die Runde. Während in den traditionelleren Familien die Gebetsteppiche zusammengerollt werden, wird in diesem Haushalt der Wohnzimmerteppich zur Seite geschoben. Für ein ausgesprochen...

New York

Auf den ersten Blick ist der Slipper Room ein typischer Club des New Yorker Hipster- und
Bohème-Viertels Lower East Side. Es ist zehn Uhr am Samstagabend. Der niedrige, finstere Raum füllt sich langsam. Ein Dutzend durchgestylter Japaner drängt sich um die Bar, eine Gruppe von Lesben hat es sich in einer Ecke mit Plüsch-Sesseln bequem gemacht. Medien-, Design- und...

Matteo Levaggi: «Primo Toccare»

Der Titel des neuen Balletts von Matteo Levaggi klingt subtil. «Erst berühren», so die wörtliche Übersetzung, könnte ein Statement der Werbung sein oder, nicht weit davon entfernt, eine sexuelle Aufforderung. Das Werk für das Balletto Teatro di Torino, das bei der Tanzbiennale in Lyon uraufgeführt wurde, ist vor allem: purer Tanz. Mehrere Glassarkophage stehen in...