Nurejev auf DVD
Nicht überall, wo Nureyev draufsteht, ist der ganze Rudi drin. Jedenfalls bei drei Dokumentationen, die Rudolf Nureyevs Direktoren- und vor allem Choreografentätigkeit an der Pariser Oper dokumentieren: Unter dem Titel «The Dancer’s Dream» – nun bei Arthaus, nachdem die Dokus vorher bei TDK erschienen waren – gibt’s einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen der traditionsreichen Tanztruppe.
Ihn sieht man bei den Proben und der Erarbeitung seiner drei Klassiker «Romeo und Julia», «Raymonda» (die in der Integralfassung nie aufzuhören scheint), schließlich bei der im Oktober 1992 herausgekommenen «La Bayadère», deren Schattenakt nicht nur eine seiner ersten Rekonstruktionen im Westen war, sondern auch zum Vermächtnis des 1993 gestorbenen Nureyev wurde.
Man sieht noch einmal, wie hier um Form und Funktion gerungen wurde, wie die jungen Étoiles Isabelle Guérin, Elisabeth Platel und Laurent Hilaire, die Nureyev selbst – teilweise unter Umgehung aller Rangstufen – auf diesen Platz gesetzt hatte, langsam ihre Rollen auszufüllen lernen. Und man wird erschüttert Zeuge, wie ein schon von den Aids-Folgen schwer gezeichneter Weltstar am Ende königlich auf einer Bank Applaus und Orden ...
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