Miet Warlop «One Song. Histoire(s) du théâtre IV»
Sport frei! Das ist das unerklärte Motto von «One Song». Eine grob gezimmerte Zuschauertribüne mit wehender Vereinsfahne und Stadionsprecherin füllt sich zuerst, die Bühne beherbergt zudem einen Schwebebalken, ein Laufband und eine Trainerbank an der Außenlinie. Irritierend sind da zunächst die Schlagzeugtrommeln, die im Raum herumstehen, und der liegende Kontrabass, aber das hat wohl mit dem Titelsong zu tun.
Fünf Fans mit riesigen Schals, fünf Sportler und ein Cheerleader mit Pompons gesellen sich alsbald dazu, und als die Violinistin im Sportrock mit ihrer Geige auf den Schwebebalken steigt und den Song beginnt, toben die jubelnden Fans. Während die Musikerin zu den immergleichen Tönen auf dem Sportgerät auf- und abmarschiert. Ein Sportler liegt unter dem Kontrabass und zupft Sit-ups, der Schlagzeuger rennt zwischen Trommeln, der Keyboarder muss im Strecksprung an sein Instrument gelangen. Brutal und durchdringend macht das Tempo des Metronoms alle und alles zu seinem Sklaven. Der Song dröhnt in Dauerschleife – während der Sänger auf dem Laufband ebenso ausdauernd läuft. Der Liedtext handelt von Verlust, Trauer und Hoffnung. Aber alles Szenische eskaliert, bis zur völligen ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Kalender, Seite 41
von Torben Ibs
CD des Monats
THE SOUND OF LUMBYE
Wenn zum Ende des Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker die Korken knallen, steht ganz gewiss der «Champagner-Galopp» auf dem Programm: ein Rausschmeißer der besonderen Art insofern, als er nicht von Strauss oder von Lanner stammt, die hauptamtlich für die geforderte Festtagslaune sorgen – vielmehr hat ihn H. C. Lumbye 1845...
Bei aller Treue zum Geschlecht der Pferde und zur Voltigierkunst ist Bartabas doch ein freier, wandlungsfähiger Künstler geblieben. Seit seinen Anfängen vor nun 40 Jahren als vermeintliches Balkan-Raubein mit barbarischer Attitüde machte er lange Zeit Musiktheater verschiedenster Couleur und dann fast schon abstrakt-choreografische Avantgardekunst. Und das alles...
Man lauscht, man schaut, man bleibt hängen – und ist zutiefst berührt. Hoch oben über dem Eingangsportal im Münchner Haus der Kunst stimmt eine Videoinstallation auf das Kommende ein. Über den langsam wechselnden Bildern schwebt melancholisch eine Frauenstimme, es ist die Stimme von Meredith Monk, der Sängerin, Musikerin, Komponistin, Filmemacherin, Regisseurin und...
