Die Sufi-Feministin

Sahar Dehghan tanzt weltweit auf Demonstrationen für Frauen- und Bürgerrechte im Iran und aktuell in Bartabas’ «Cabaret de l’Exil – Femmes Persanes»

Tanz - Logo

Sahar Dehghan, Sie sind in Teheran zur Welt gekommen und leben heute in Frankreich, wo sie mit Sufi-Tänzen an Demonstrationen für die Rechte der Frauen im Iran teilnehmen. Inzwischen sind Sie hier so bekannt, dass Bartabas auf Sie aufmerksam wurde und Ihnen anbot, in seinem neuen Stück «Cabaret de l’Exil – Femmes Persanes» als Solistin aufzutreten. Wie kamen Sie nach Frankreich? 
Meine Großmutter brachte mich nach Frankreich, und zwar zu meiner Mutter, die dort bereits einige Jahre lebte. Ich war noch sehr jung, als meine Eltern den Iran verlassen mussten.

Genaue Daten kann ich nicht preisgeben, aber es war die Zeit nach der islamischen Revolution. Eine schwierige Zeit. Viele wollten den Umsturz des neuen, religiös fanatischen Regimes. Dann verließ meine Mutter den Iran und später auch mein Vater. Meine Mutter floh wie eine Migrantin, auf dem Pferderücken über die Berge, geleitet von Kurden. Als sie in der Türkei ankam, stellte sie einen Asylantrag in der französischen Botschaft. Das ist wirklich Stoff für einen Roman.

Sie wuchsen also in der Obhut Ihrer Großeltern auf? 
Es ging nicht anders. Meine Mutter und mein Vater waren beide politisch engagiert, und das machte es schwierig ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2024
Rubrik: Report, Seite 59
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Astolfi/Béchard/Pipoyan «Anatomy of Emotions»

«Angst» und «Wut» machen den Anfang des Dreiteilers, mit dem die Bühnen Bern fulminant in die neue Spielzeit starten. Wesentlich am Erfolg beteiligt ist das Berner Symphonieorchester, das unter der Leitung des ukrainischen Dirigenten Artem Lonhinov die Tanzenden vortrefflich unterstützt. Erstaunlich, wie gut das funktioniert, angesichts der Werkwahl: Neben Sätzen...

Unter die Haut

Wenn man Richtung Norden fährt und die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein überschreitet, dann kommt man an touristischen Schildern vorbei: «Willkommen im echten Norden». «Echter Norden», das fand ich immer ein bisschen arrogant, es gibt ja auch noch Mecklenburg-Vorpommern und Skandinavien. Melanie Zimmermann, Ihr neu konzipiertes Festival heißt «Real Dance»,...

Johan Inger «Schwanensee»

Quellenforschung schadet nie. Selbst bei «Schwanensee» nicht – Johan Inger und Dramaturg Gregor Acuña-Pohl stießen auf das Märchen «Der geraubte Schleier» von Johann Karl August Musäus, das dem Ballett mehr oder weniger als Vorlage dient. Dort wird der sogenannten «Schönheitsbrunnen» unweit Zwickaus geortet, «zwar beinahe versiegt, aber noch nicht ausgetrocknet»...