Meister der Provokation
Daniel Proietto ist ein Energiebündel, ein lebhafter, leidenschaftlicher Gesprächspartner mit großen dunklen Augen und schwarzem Haar. Seine Gedanken sprudeln regelrecht aus ihm hervor. Doch bei aller kindlichen Offenheit spürt man stets eine Entschlossenheit, eine Freude am Streitgespräch, die den gebürtigen Argentinier auszeichnet. Proietto ließ sich an der Ballettschule des Teatro Colón in Buenos Aires ausbilden, bevor er beim Ballet Santiago de Chile, beim Ballet Teatro Argentino und bei der zeitgenössischen Kompanie des Teatro San Martín anheuerte.
2003 begann er seine Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen norwegischen National-ensemble Carte Blanche sowie mit dem Norwegischen National-ballett. Er hat mit Choreo-grafen wie Alan Lucien Øyen, Russell Maliphant oder Sidi Larbi Cherkaoui zusammengearbeitet und selbst für zahlreiche große Kompanien choreografiert, darunter das Norwegische Nationalballett, das Ballett der Wiener Staatsoper und das Kubanische Nationalballett. Sein aktuelles Projekt ist die Kreation einer abendfüllenden Version von «La Bayadère» unter dem Titel -«Rasa» für das Opera Ballet -Vlaanderen in Antwerpen.
Das Londoner Ballettpublikum wurde spätestens ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Mike Dixon
Schritt für Schritt zu sich selbst. Stufe für Stufe in Richtung Selbstständigkeit. Wissen, was man mitteilen will, und dafür die richtige – choreografische oder verbale – Sprache einsetzen. Der Weg zum Ziel kann lang sein. Besonders lang ist er für Rihoko Sato, die bis heute als die weibliche Sphäre an der Seite von Saburo Teshigawara wahrgenommen wird. Neuerdings...
2019 kam Fernando Meirelles‘ Film «Die zwei Päpste» ins Kino, eine Art Doku-Fiction über Benedikt XVI. alias Joseph Aloisius Ratzinger, dargestellt von Hollywoods Bösewicht Anthony Hopkins. In Lettland, am Nationaltheater in Riga, erschien derselbe Papst, dargestellt von niemand Geringerem als Amerikas göttlichem Wundertanzknaben Mikhail Baryshnikov. Der 71-Jährige...
Das Pressefoto macht stutzig: Ex-Ballettdirektorin Birgit Keil, die das Badische Staatstheater in Karlsruhe nach 16 Spielzeiten verlassen musste, lächelt mit ihrer Nachfolgerin Bridget Breiner in die Kamera. Selten hat sich ein – von der Politik erzwungener – Leitungswechsel so harmonisch präsentiert. Umarmend dann auch der Auftakt, den Breiner mit einer Gala...
