Der choreografierte Blick
Tanz hat Helmut Newton nie fotografiert. Viel zu unberechenbar für den Meister des präzise inszenierten Moments. Die Körper sind es, die ihn interessieren – als Material für seine starken, hoch stilisierten, provokativ-glamourösen Modefotografien, seither Konvention jenseits der Konvention. Tänzer aber sind der Ausgangspunkt der «Body Performance» in der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie – so zum Beispiel die Protagonisten der Ballets de Monte Carlo.
Die kleinformatige Serie ist wie üblich jenseits des Studios mit minimalem fotografischen Equipment entstanden und zeigt das charismatische Ensemble schick und surreal im gleißenden Sonnenlicht der französischen Riviera.
Und wir begegnen Pina Bausch in Wuppertal, schön im langen schwarzen Kleid auf Ganzkörper-Porträts aus den 1980er-Jahren. Die eleganten Mises en scène aus diesen Fotografien entdecken wir in allen- Räumen der Ausstellung. Was sie verbindet, hat Newton selbst für seine eigenen Arbeiten formuliert: Es geht immer um «eine Geschichte, die keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende hat».
Dreizehn arrivierte Künstler – alle conceptual artists – sind hier versammelt. Sie alle haben unsere visuelle ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Malou Airaudo gehört zum Urgestein des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. Ebenso Dominique Mercy. Die beiden Wuppertaler Ikonen tanzen als «Malou- & Dominique» noch bis zum 5. März durch 15 Bahnhöfe in NRW. Weil -Züge selten pünktlich sind, war es die Idee des Videokünstlers Kai Fobbe,- Wartende mit einer App zu beglücken. «Motionartview» (Google Play Store) lädt...
Katja Wolf, Sie sind Choreografin, Tänzerin und Körpertherapeutin. Im Bereich Kinder- und Jugendtheater waren Sie für verschiedene Produktionen tätig. Kürzlich haben Sie das Tanzstück «drunter und drüber» (5+) der Choreografin Canan Erek dramaturgisch begleitet. Worum geht es da?
Um Gefühle und unübersichtliche Situationen, in denen man von seinen Emotionen...
«Ich wünschte mir Tänzer, die sehr gut klassisch ausgebildet sind und die einen ganz offenen, wachen Geist haben, die mutig sind, Neues zu probieren, die sich Experimenten öffnen und keiner Konvention verhaftet sind.» So umschrieb Hermann Rudolph einst im Gespräch mit Marion Kant, was er als wesentliche Inspirationsquelle seiner Arbeit betrachtete. In Chemnitz...
