meine beine sind waffen
Der Cancan ist «French», so viel ist klar. Aber ganz anders, als wir bisher dachten. Im Rampenlicht des Moulin Rouge bleibt seine wahre Geschichte unsichtbar. Was dort geschieht, ist Blendwerk für Touristen, aber auch für Frankreich selbst. Natürlich kennt alle Welt die Cancan-Legende La Goulue (Die Fresserin) auf den Bildern und Plakaten von Toulouse-Lautrec.
Doch wer weiß heute noch, welchen gesellschaftlichen Stellenwert Tänzerinnen wie sie und ihre Konkurrentinnen Grille d’Égout (Gullideckel) oder La Môme Fromage (Der Käsebalg) besaßen? Schon ihre Namen machen den Unterschied zum heutigen, touristentauglichen «French Cancan» deutlich. Der Tanz von einst war nicht «French», sondern frech, ein äußerst lebhaftes Kind der Revolution von 1830, mit der sich das Bürgertum nach einer Phase der Restauration Macht und Einfluss verschaffte. Und er war ein schmerzvoll erkämpfter Durchbruch der weiblichen Emanzipation.
Sein ursprünglicher Name lautete: Le Chahut (Der Radau)! Es handelte sich um eine Art Anti-Tanz, einen wilden Galopp, entstanden in den öffentlichen Ballhäusern, den Guingettes. Dorthin ging man eigentlich, um die strikt geregelte Quadrille zu tanzen. Über einhundert Ballsäle ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Thomas Hahn
Morgens aufwachen und nicht wissen, was der Tag, die Woche, das Jahr bringen werden. Danach sehnt sich Mats Ek. Deshalb hört er auf: Der 70. Geburtstag Mitte April hat einen Einschnitt in seinem Künstlerleben markiert. Im Düsseldorfer Opernhaus treffen wir den Schweden zu einem unerwartet persönlichen Gespräch. Mit dem Ballett am Rhein hat er gerade «Rättika»...
Das berühmteste Ballett zu Musik von Frédéric Chopin ist sicherlich Fokines «Les Sylphides», auch wenn dafür die zarten Klavierstücke von Alexander Glasunow robust orchestriert wurden. John Neumeiers «Kameliendame» ist ebenfalls eine große Chopiniana, das puristischste Chopin-Ballett ist jedoch Jerome Robbins’ «Dances at a Gathering» von 1969 – dem zur Musik des...
Der Stoff, aus dem die Träume sind? Am Ende der Vorstellung greifen die Tänzer und Tänzerinnen jedenfalls nach etwas, das sich einem Zugriff eigentlich entzieht. Und wenn ihre Anstrengung auch kein Ergebnis zeitigt, signalisiert das poetische Bild doch so etwas wie Hoffnung, bevor der Vorhang fällt.
Insofern rundet sich ein Ballett-abend, den Ralf Rossa nicht...
