bielefield: methusalem

gregor zöllig «methusalem»

Tanz - Logo

Kinder, wie die Zeit vergeht! «Ich war immer die Jüngste im Ensemble», klagt Brigitte Uray: «Jetzt bin ich die Älteste.» Sagt’s und steht dabei am Ende einer Reihe, die sich dem Jahrgang nach staffelt. Natürlich sieht man ihr das Alter nicht an, und deshalb positioniert sie sich innerhalb der Gruppe so, wie sie sich fühlt. Am anderen Ende der Reihe.

Jeder hält sich für jünger, als er ist. Doch die Zeit vergeht, und das Rad dreht sich auch im Theater Bielefeld unaufhörlich. Genauer gesagt: die Bühne, die die ganze Vorstellung über kaum einmal zur Ruhe kommt.

Noch ganz in Schwarz und in Schuhen, kämpfen die neun Tänzer und Tänzerinnen dagegen an, kraftvoll, dynamisch, formbewusst – fast so wie in einer Choreografie von Anne Teresa De Keersmaeker, und doch ganz anders.

Gregor Zöllig gibt schließlich «in Zusammenarbeit mit den Tänzern» nicht irgendeine Struktur vor, die es zu entwickeln gilt. In «Methusalem oder Warum die Zeit schneller vergeht» hat er sich zum Abschied vielmehr eines Themas angenommen, in das die meisten Mitglieder seines Ensembles erst noch hineinwachsen müssen. Erprobt haben sie das Alter im Zuge einer Recherche, zu der auch die Anprobe eines «Simulationsanzugs» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
düsseldorf: b.23

Als sechsjähriges Wunderkind entzückt das Wolferl noch die kaiserliche Familie. Als ausgewachsener Mozart jedoch will ihm die Bindung an den Toparbeitgeber der Zeit nicht wirklich glücken, statt des Adels begeistert sich das Volk für ihn. Wie Mozarts Musik sollte auch das Ballett einst die Aristokratie amüsieren, präsentierte aber eine Welt sozialer, moralischer,...

screenings und ausstellungen

tanz im tv_________

Film und Tanz harmonieren grundsätzlich hervorragend. Aber kinematografische Miniformate nähern sich nicht allzu oft der Bewegungskunst. Aylin Tezel, dem TV-Publikum als Dortmunder «Tatort»-Ermittlerin bekannt, ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Tanzpädagogin. Beide Professionen hat sie zusammengebracht im Kurzfilm «Tanz mit ihr», einer...

abschied: vivienne newport

ist still und leise von uns gegangen. Als wir uns 1973 bei Pina Bausch kennenlernten, war sie jung und wunderschön. Sie wurde zwar älter, zärtlicher, zerbrechlicher, aber blieb dabei stark und unglaublich schön. Eine kostbare Person. Faszinierend. Einzigartig. Eine Kämpferin, die wichtig für viele von uns war. Geredet hat sie gerne und gelacht noch viel mehr. Die...