pionierin: misty copeland
Nicht einmal einer Handvoll Tänzer ist diese Auszeichnung bislang zuteil geworden: Margot Fonteyn, Rudolf Nurejew, Mikhail Baryshnikov und Gelsey Kirkland haben es irgendwann aufs Cover des «Time Magazine» geschafft – jetzt kommt eine dazu, die nach Einschätzung der Redaktion ein vorbildliches role model abgibt.
Misty Copeland, Solistin des American Ballet Theatre (ABT), mit diversen Werbeverträgen ausgestattet und im zarten Alter von 31 Jahren bereits Verfasserin einer Autobiografie, zählt zu den «100 einflussreichsten Menschen», die das Magazin jährlich kürt.
Copelands «Life in Motion: An Unlikely Ballerina» erzählt die Geschichte eines Mädchens, das klassische Tänzerin werden will, wogegen nur eines spricht: Es ist nicht weißhäutig. Die Familie, die am Rand des Existenzminimums ein Nomadendasein führt, will von einer Bühnenlaufbahn auch nichts wissen. Misty Copeland aber setzt sich gegen alle Widerstände durch, wiewohl sie sogar noch als ABT-Anfängerin die Erfahrung machen muss, «dass es dort Leute gibt, die keine dunkelhäutige Person im Corps sehen wollen». Ihr Talent entwickelt sich so rapide, dass die Bedenkenträger kapitulieren. Heute tanzt Copeland das Traditions-Repertoire ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2015
Rubrik: menschen, Seite 33
von Dorion Weickmann
Dreißig Jahre lang hat Vladimir Ashkenazy kein Album mehr eingespielt. Wenn er jetzt zum 100. Todestag von Alexander Skrjabin noch einmal seine pianistische Könnerschaft beweist, dann nicht zuletzt, weil die Popularität von dessen sinfonischem Œuvre die der Klavierstücke leicht überschattet. Zu kurz, um sich in ihrer Schönheit ganz zu erschließen, lassen sie im...
Neun Jahre alt ist der Knirps, der da im leeren Studio des New York City Ballet Klavier übt. Ein ziemlich alter Herr kommt hereingeschneit, scheint allerdings gar keine Notiz von ihm zu nehmen. Abends begegnen die beiden einander wieder, beobachten gemeinsam eine Vorstellung aus der Seitengasse der Bühne. «Spiel unbedingt weiter Klavier!», wispert der Mann dem...
Leilani Francos Beine stehen weit über ihrem Kopf. Der Fuß fuchtelt vor ihrem Gesicht wie eine störende Wespe. Natürlich kann so etwas nur eine klassische Kontorsionistin. Sie trifft auf Florian Zumkehr und Alexis Vigneault. Deren Körper flattern an einer Pole-Stange als «human flag» – nur mit einer Hand sich haltend. Aber niemand ruft «Ah» und «Oh». Wie ein Tier...
