meg stuart
In diesem Buch über Meg Stuarts Schaffensprozess zu blättern, das ist wie das Wühlen in einer Schatztruhe oder eine Fahrt ins Blaue. Man sollte besser nichts Bestimmtes suchen, sondern Zeit mitbringen. Man huldige dem Sich-Verlieren, wie es Stuart ihren Tänzern nahelegt: «Oft sage ich ihnen: Dein Körper gehört nicht zu dir. Diese Idee ermutigt sie, ihre körperlichen Tabus abzustreifen, und oft beginnen sie, neue und fremdartige Bewegungen auszuführen, weil sie sich für ihr Tun nicht mehr verantwortlich fühlen.
» So beginnt Meg Stuarts Text «Desorientierung», in dem sie absteckt, wie wenig sie von Klarheit hält: «[…] ich streife lieber das Chaos und destabilisiere das Publikum, als alles im Detail zu regeln.» Denn: «Desorientierung kann eine Strategie sein.» Dem Zuschauer gegenüber.
Der Gegenstand von «Are we here yet?» ist vor allem, was sie während der Proben und der Ausarbeitung eines Themas mit ihren Interpreten anstellt, wie sie ihr Verhältnis zu den anderen Kunstsprachen und zur Dramaturgie immer wieder neu erfindet. Während der Proben redet sie möglichst wenig, weil sie Wörtern misstraut. Das hat der Schriftsteller und Dramaturg Jeroen Peeters festgestellt. An der ...
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Es gibt 128 Automarken auf der Welt und ungefähr gleich viele Tanzkompanien in Deutschland. Die Zahl lässt sich bequem kürzen auf die erfolgreichen Marken oder auch ausweiten, wenn man die Eigenbauten mitzählt. «Das Auto» aber oder «der Tanz» – als Marke –, so etwas gibt es nur bei VW, seit dessen Marketingabteilung zeigen wollte, wer die wirkliche Macht am Markt...
Newcomer: Felix Landerer
Ein im Alltagstrott erstarrtes Paar. Am Boden bewegt beginnt Felix Landerer sein Duett «Suits». Der Schrei der Frau bringt den Mann auf Trab. In Rage. Reißt Jacketts von den Schaufensterpuppen, ein Kampftanz beginnt um die Liebe zwischen Aggression und Anziehung. Doppelsinnig ist der Titel, er bedeutet «Anzüge», das «passt!». Was den beiden...
Bei der Pressekonferenz letzten November kamen ihr fast die Tränen. «Meine Energie kann ich endlich auf die Kreation richten», sagte sie, anstatt sich weiter «im Überlebensmodus» ständig mit Organisieren und Terminen herumzuschlagen. Jeder Choreograf kennt diese Plage. Dabei hat niemand der Kanadierin hier ein Paradies versprochen. Aber so ein Angebot habe sie noch...
