personalien
Newcomer: Felix Landerer
Ein im Alltagstrott erstarrtes Paar. Am Boden bewegt beginnt Felix Landerer sein Duett «Suits». Der Schrei der Frau bringt den Mann auf Trab. In Rage. Reißt Jacketts von den Schaufensterpuppen, ein Kampftanz beginnt um die Liebe zwischen Aggression und Anziehung. Doppelsinnig ist der Titel, er bedeutet «Anzüge», das «passt!». Was den beiden gefällt oder nicht, tragen Maura Morales und Landerer in ihrem Duett zu den minimalistischen Elektro-Rhythmen «Ultimatum» des Mexikaners Murcof aus. Zwei ebenbürtige Partner, die miteinander ringen.
Neu sind Beziehungskisten im Tanz wirklich nicht, doch wie der Tänzer und Choreograf aus Hannover einen neuen Dreh für das reichlich strapazierte Thema findet, hat Publikum wie Fachjury beim 24. choreografischen Wettbewerb in Hannover begeistert. Als einziger Deutscher unter den aus 180 Bewerbern ausgewählten 16 Finalisten ging der Heimspieler als überlegener Sieger hervor. Felix Landerer erhielt den ersten, mit 6000 Euro dotierten Preis und wurde von Ed Wubbe, dem Leiter des Wettbewerbs und Chef des Scapino-Balletts, für eine Produktion nach Rotterdam eingeladen.
Der 34-jährige Hannoveraner kam nach der Ausbildung in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«pitie!» von alain platel
Seine choreografierte Interpretation zu Bachs «Matthäuspassion» tourte bis in den Kongo, in die Heimat des Countertenors Serge Kakudji. Hier endete letztes Jahr das Leidenswerk Jesu – pathetischer Schlussakkord einer Choreografie, bei der Kakudji die Rolle des schwarzen Jesus sang und nun vom Glück erzählt, an ihn auch glauben zu dürfen....
Das muss der Traum eines Tänzers sein: Vor über fünf Millionen Menschen tanzen und dabei 100.000 Britische Pfund verdienen. Für Charlie Bruce wurde er am 13. Februar wahr. Sicher, die erst 19-Jährige hat die 100.000 Pfund nicht an einem Abend ertanzt, sondern Monate lang hart gearbeitet. Und fünf Millionen Zuschauer – das schaffen Tänzer nur am Fernsehen. Dort...
Das Opfer sperrt und wehrt sich gegen die Angriffe. Keine Chance. Behende klebt der Verfolger Zeitungsblätter auf den Körper. Immer mehr gedruckter Dreck bleibt an ihm haften – bis er unter der Papierlast der Lügen kollabiert. Ein zweifellos plakatives Bild in Eva-Maria Lerchenberg-Thönys «Macbeth». Es bedarf keines blutigen Schlachtens, um Gegner zu erledigen. Die...
