Martin Schläpfer, Nick Hobbs: «Programm XXVIII»

Mainz

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Was schon die kleine Meerjungfrau nervte, kann bei Tänzern nur zur Behinderung werden: Vier liegen am Boden, die Beine zusammengepresst wie Fischschwänze. Da ist nichts mehr mit leichtfüßigen Sprüngen, nur noch krakendes Gewinde. Einen wollen die Füße nicht tragen, die Wirbelsäule richtet ihn nicht auf, sein Leib gerät aus den Fugen. Später wird eine Tänzerin mit immer breiterem Lächeln den Raum vermessen, bis ein Tänzer zu ihr stößt und sie ineinander verschlungen, glücksgrinsend einen unbeholfenen Walzer tanzen – und dabei vor lauter Freudenerschöpfung beinah einschlafen.

Es sind Szenen voll Ambivalenz, zwischen Trost und Schrecken, Schönheit und Verkrüppelung, die der Mainzer Ballettchef Martin Schläpfer in «Pezzi und Tänze» zeigt. In minimaler Ausstattung und hoher Konzentration geht er seinem Schaffen auf den Grund, lässt kaum narrative Sperenzchen zu, sondern erspielt die Möglichkeiten und Grenzen des Tänzerkörpers. Das ballettmainz-«Programm XXVIII» folgt dem Gesetz der Serie, das Schläpfer bei seiner Übernahme der Ballettleitung 1999 begann. Seitdem nummeriert er seine Abende durch, versammelt unter den Ziffern jeweils zwei oder drei Uraufführungen. Auch seine Choreografien ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 43
von Esther Boldt

Vergriffen
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