Irische Weltenänderer
Als der österreichische Choreograf Michael Klien 2003 die Daghdha Dance Company übernahm, zog die irische Tanztruppe von der University of Limerick um in einen Kirchenbau in der Stadtmitte. Das war ein durchaus symbolischer Akt. Klien wollte den Tanz von seiner «selbstreferenziellen Note» der Akademia befreien, um Freiräume zu erobern.
Kaum in St. John’s Church angekommen, stieß Klien die Türen weit auf und verkündete die Idee einer «sozialen Choreografie» ähnlich der Beuys'schen Idee einer sozialen Plastik.
Den Ideen des Anthropologen Gregory Bateson verbunden, glaubt Klien, dass «Choreografie nicht dazu da ist, Bewegung in bekannte Muster zu zwingen, sondern eine Wiege der Bewegung zu sein, die aus sich selbst ihre eigenen Bewegungen schafft.»
Bateson, 1980 gestorben, war ein Lerntheoretiker, der für ganzheitliches Denken warb. Auch Klien sucht diesen Geist. Das größte Problem für ihn: Choreografen ignorieren die Systeme, in denen sie leben – ökologische, politische und soziale –, und ziehen sich, wenn auch in kritischem Bewusstsein, in ein Studio zurück, um «ihre ‹Politik› vor dem Spiegel zu üben».
Im soeben erschienenen Buch, «Framemakers – Choreography as an Aesthetics of ...
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