Samuel Wuersten und die Tänzer-Wettbewerbe
Samuel Wuersten
man sieht Sie oft bei Wettbewerben – wissen Sie noch, in wie vielen Jurys Sie gesessen haben? Ich schätze fünfzehn oder zwanzig in ebenso vielen Jahren.
Sind Sie selbst angetreten? Nein, nie.
Erster, Zweiter, Dritter: Kann man die Kunst Tanz einfach wie Sport behandeln? Ach, die alten Berührungsängste! Wettbewerbe liefern doch nur Momentaufnahmen. Natürlich hängt viel von der Zusammensetzung der Jury ab, auch von Zufällen, Umständen. Sie sind insofern ein Glücksspiel – wie das gesamte Tänzerleben. Ist das etwa fair? Es gibt keine abstrakte Gerechtigkeit. Mir kommt es auf die Offenheit einer Jury an, und dass bei einem Wettbewerb nicht Neid und Konkurrenzdenken herrschen.
Stichwort Gerechtigkeit: In großen Jurys oder der Tatsache, dass sie oft ähnlich besetzt sind, sehen Sie keine Gefahr? Dass etwa der kleinste gemeinsame Nenner gewinnt oder sich ein persönlicher Geschmack breitmacht … Im ...
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